Oris-Chef sieht in China noch kaum Anzeichen einer Erholung
Die Schweizer Uhrenbranche erwartet 2024 ein schwieriges Jahr, mit vorsichtiger Stimmung für 2025 und keiner schnellen Erholung in China, so Oris-Chef Studer.

Die Schweizer Uhrenbranche blickt auf ein schwieriges Jahr 2024 und auch für 2025 ist die Stimmung unter den Herstellern von Vorsicht geprägt. Mit Blick auf China rechnet Rolf Studer, Chef der Baselbieter Uhrenmanufaktur Oris, noch nicht allzu bald mit einer Erholung des Geschäfts.
«2024 war für Oris und die gesamte Schweizer Uhrenbranche ein anspruchsvolles Jahr», sagte Studer am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP am Genfer Uhrensalon «Watches and Wonders». Der Nachfrageeinbruch in China, die Kriege in Gaza und in der Ukraine sowie die Unsicherheiten um den politischen Kurs in den USA drückten auf die Verkäufe.
«Vor allem das Geschäft in China hat gelitten und wir sehen noch kaum Anzeichen einer Erholung. Auch wir sind mit unseren Produkten in China gut vertreten», fuhr Studer fort. Sehr gut entwickeln sich dagegen Märkte wie Mexiko, Indonesien und zum Teil auch die USA, während sich in Indien Wachstumschancen eröffneten. Konkrete Angaben zu Geschäftszahlen macht Oris nicht.
Oris setzt auf faire Preispolitik und betont das gute Preis-Leistungs-Verhältnis
In dieser herausfordernden Zeit versucht Oris auch über die Preispolitik zu punkten. «Der Gegenwert, den eine Uhr für Kundinnen und Kunden liefert, ist zu einem wichtigen Faktor geworden», sagte Studer. Viele Marken hätten die Preise in der Vergangenheit deutlich erhöht und dadurch seien zwischen dem Wert von Uhren und dem Preis ein Ungleichgewicht entstanden. «Wir sind nicht diesen Weg gegangen und sehen uns mit unserer Preispolitik gut aufgestellt.»
Ein grosser Unsicherheitsfaktor bleibt für die Branche die Zollpolitik in den USA. «Wir hoffen, dass wir als Schweizer Uhrenindustrie nicht von hohen US-Zöllen betroffen sein werden», sagte Studer. Er sieht auch kaum rationale Gründe für einen solchen Schritt. Zum einen entstehe ein grosser Teil der Wertschöpfung beim Verkauf der Uhren in den Shops vor Ort und zum anderen könne die Herstellung einer «Swiss made»-Uhr sowieso nicht in ein anderes Land wie die USA verlagert werden.