SRF zeigt Spiele, die es gar nicht zeigen dürfte – Kritik
Im Sommer zeigte SRF info zwei Partien, die nicht hätten übertragen werden dürfen. Erstmals hat das Bakom gegen die SRG ermittelt. Jetzt ist der Entscheid da.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Bakom hat erstmals eine Untersuchung gegen die SRG durchgeführt.
- Zwei Partien, die im Sommer auf SRF info gezeigt wurden, verstiessen gegen die Konzession.
- Jetzt ist der Entscheid da.
Erstmals hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ein Aufsichtsverfahren gegen die SRG durchgeführt. Der Grund: Es besteht der Verdacht, dass der Sender SRF info gegen seine Konzession verstossen hat.
Diese erlaubt Live-Sendungen nur dann, wenn sie von «nationaler Bedeutung» sind – ansonsten dient der Kanal zur Wiederholung von Informationssendungen.
Zweifacher Verstoss gegen Konzession
Ausgelöst wurde das Verfahren durch eine Recherche von «CH Media». Die zeigte, dass SRF info regelmässig Sportveranstaltungen live überträgt. Darunter etwa ein Spiel zwischen Bodø und Roter Stern Belgrad sowie ein Länderspiel zwischen Schottland und Finnland.
Das Bakom stellte klar: Beide Spiele hätten nicht live auf SRF info gezeigt werden dürfen, da sie nicht die nötige nationale Relevanz hatten.

Die SRG listete auf Anordnung über 100 Live-Übertragungen zwischen Juni und August 2024 auf. Das widerspricht der Vorgabe, dass Live-Sendungen auf SRF info nur ausnahmsweise stattfinden sollen.
Trotz dieser Häufung kommt das Bakom zum Schluss, dass die Konzession im Gesamtbild nicht verletzt wurde. Es handle sich nur um zwei problematische Fälle bei hundert Sendungen.
Telesuisse-Präsident André Moesch äussert Kritik
Kritik kommt von Privatsendern wie dem Verband Telesuisse. Dessen Präsident André Moesch sagt gegenüber dem «Tagblatt»: «Wie üblich wird die SRG von der Aufsichtsbehörde mit Samthandschuhen angefasst.»

Er bemängelt, dass bei den Regionalsendern mit wesentlich strengeren Massstäben gemessen werde. Dort prüfe das Bakom mit der sprichwörtlichen Stoppuhr, ob der Konzessionsauftrag auch sekundengenau erfüllt werde.
Das Bakom verweist auf die besondere Situation im Sommer 2024, mit Grossereignissen wie der Fussball-EM und den Olympischen Spielen. Dies habe die Häufung von Live-Übertragungen erklärt.