5 Künstlerkolonien, die eine Reise wert sind

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Deutschland,

Diese europäischen Destinationen ziehen nicht nur Künstler in ihren Bann – sie sind auch touristisch schön!

Die Insel Capri.
Die Insel Capri begeistert nicht nur Künstler. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Künstlerkolonien sind Orte, an denen sich Kunstschaffende in grösserer Zahl einfinden.
  • Oft handelt es sich dabei um Orte, die auch touristisch attraktiv sind.

In ganz Europa gibt es Orte, die einst Künstler aus der ganzen Welt anzogen. Das kulturelle Erbe ist noch immer sichtbar. Diese fünf Orte sind eine Reise wert – egal ob Künstler oder nicht.

Barbizon, Frankreich

Im Wald von Fontainebleau südlich von Paris entstand ab 1830 die erste Kolonie von Künstlern, die ein einfaches, naturnahes Leben suchten.

Naturalisten, etwa Théodore Rousseau und Constant Troyon, zogen ebenso hierher wie Realisten, zum Beispiel Jean-François Millet, Gustave Courbet und Camille Corot.

Sie waren Vorläufer des Impressionismus, arbeiteten in der Natur und fanden im riesigen Waldgebiet und in den Dörfern ihre Motive.

Das Haus von Millet
Haus und Atelier von Millet. - Wikipedia

Die Idee dieser Gemeinschaft verbreitete sich in ganz Europa und zog zahllose Künstler an. Auch der bedeutende Zürcher Grafiker, Radierer, Lithograf, Zeichner, Maler und Illustrator Karl Bodmer (1809-1893) lebte eine Zeitlang hier.

Ahrenshoop, Deutschland

Auf der Halbinsel Fischland-Darss-Zingst im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt das Dorf Ahrenshoop. Heute ist es ein schicker Ostsee-Badeort mit edlen Hotels und unerschwinglichen Immobilienpreisen.

Nach dem Dasein als winziges Fischerdorf lebten in Ahrenshoop ab 1892 bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine Reihe von Landschaftsmalern.

Ahrenshoop
Ahrenshoop lockt mit Ostseebädern und schicken Hotels. - Ostseebad-Ahrenshoop.de

Gegründet hatte die Kolonie Paul Müller-Kaempff (1861-1941), der 1892 ein Künstlerhaus mit Pension baute und später eine Malschule eröffnete.

Im modernen Kunstmuseum kann man Werke von Müller-Kaempff und anderen Künstlern aus Ahrenshoop bestaunen.

Capri, Italien

Seit dem 18. Jahrhundert war die Felseninsel Capri im Golf von Neapel Ziel von Touristen und Künstlern. 1818 öffnete der Notar Giuseppe Pagano sein Haus für Fremde.

Die Gästeliste, ab 1825 geführt, dokumentiert mehrere hundert Künstler, die dort logierten. Viele prägten nach ihrem Capri-Aufenthalt andere Kolonien mit, etwa in Worpswede und Ahrenshoop.

Hafen von Capri.
Der Hafen von Capri. - Ellena McGuinness / Unsplash

Der Dichter und Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann erhielt in Capri wichtige Impulse. Später war er ein Initiator der Künstlerkolonie auf Hiddensee bei Rügen, die «Capri des Nordens» genannt wurde.

Ab den 1960er-Jahren war Capri ein Refugium der Schönen und Berühmten. Sophia Loren, Audrey Hepburn, Grace Kelly, Ernest Hemingway und Giorgio Armani kamen hierher.

Honfleur, Frankreich

Im 19. Jahrhundert wurde die Hafenstadt Honfleur an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal zu einer Geburtsstätte des Impressionismus.

Der Freilichtmaler Eugène Boudin, ein Vorläufer der Impressionisten, wurde 1824 hier geboren. Ihm ist ein Museum gewidmet.

Ferme Saint-Siméon
Einst Bauernhof und Künstlertreff, heute schickes Hotel: die Ferme Saint-Siméon. - Relais & Châteaux

Auch der Komponist Erik Satie (1866-1925) kam in Honfleur zur Welt. Berühmte Maler wie Gustave Courbet, Alfred Sisley, Claude Monet, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir oder Paul Cézanne trafen sich in Honfleur.

Oftmals in der Ferme St-Siméon, einem Bauernhof, der heute ein Fünfsterne-Hotel ist.

Auch heute stehen Maler am Quai von Honfleur. Die Greniers à Sel, Lagerhäuser aus dem 17. Jahrhundert, stellen zeitgenössische Werke aus.

Monte Verità, Schweiz

Anfang des 20. Jahrhunderts siedelten sich auf dem Monte Verità oberhalb von Ascona Menschen an, die sich aus den starren gesellschaftlichen Konventionen loslösen wollten.

Sie lebten unter einfachsten Bedingungen, ernährten sich vegetarisch und frönten dem Nudismus.

Hotel Monte Verità.
Das Hotel auf dem Monte Verità. - Wikipedia

Der Monte Verità zog Maler und Schriftsteller aus ganz Europa an: Hermann Hesse und Erich Maria Remarque zum Beispiel. Hans Arp und seine Frau Sophie Taeuber-Arp, Dadaist Hans Richter oder Maler Paul Klee gehörten auch dazu.

Das Experiment dauerte nur zwei Jahrzehnte. 1926 kaufte der deutsche Bankier Eduard von der Heydt den Hügel und machte ihn zum Ferienort.

Das 1927 erbaute Hotel ist bis heute ein exquisites Beispiel klassisch-moderner Architektur. Von der Heydt schenkte den Berg später dem Kanton Tessin, der hier 1980 ein Seminarzentrum schuf.

In der 1902 erbauten Casa Anatta kann eine Dauerausstellung über die Geschichte des Hügels besucht werden.

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