SP-Wermuth greift Trump nach Selenskyj-Eklat an
Nach dem Eklat im Weissen Haus sichert Europa der Ukraine die Unterstützung zu. Moskau spottet.
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Das Wichtigste in Kürze
- Im Weissen Haus kam es zum Eklat zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj.
- Europäer stellen sich sogleich hinter die Ukraine.
- SP-Co-Präsident Wermuth richtet deutliche Worte an Trump
Donald Trump macht seinem Gast Wolodymyr Selenskyj vor laufenden Kameras schwere Vorwürfe und droht ihm. Der Ukrainer reist danach vorzeitig ab, eine gemeinsame Pressekonferenz wird abgesagt. Es ist ein historischer Eklat im Weissen Haus.
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Autor Brian Krassenstein bezeichnet es auf X, vormals Twitter, als «absolut widerwärtig». SP-Co-Präsident Cédric Wermuth postet ein Video des Treffens und schreibt auf Englisch: «Honestly, fuck you Mister Trump.»
Sicherheitsexperte Nico Lange nennt es eine «historisch peinliche Show». Trump gebe Selenskyj die Schuld, dass er das «absurde 24-Stunden-Friedenswunder» nicht vollbringen konnte.
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Mehrere Europäer stellten sich sogleich hinter Selenskyj, Polens Ministerpräsident Donald Tusk schreibt: «Lieber Selenskyj, liebe ukrainische Freunde, ihr seid nicht allein.» Auch Pedro Sanchez, der spanische Ministerpräsident, schreibt, dass sein Land zur Ukraine stehe.
SPD-Chef Lars Klingbeil fordert, dass Deutschland vorangehe, auch um der Ukraine zu helfen. SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert den Eklat als «beispiellos». Die Einheit und Stärke Europas würden jeden Tag wichtiger. «Der Gewinner ist allein Putin.»
Frankreichs Emmanuel Macron, vor Kurzem auch noch bei Trump zu Besuch, sagt vor den Medien: «Ich denke, es war richtig, dass wir der Ukraine geholfen haben und dies auch weiterhin tun werden.» Man müsse diejenigen respektieren, die von Anfang an gekämpft hätten. Für ihre Würde, ihre Unabhängigkeit, ihre Kinder und die Sicherheit Europas.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Friedenswillen der Ukraine betont und sich damit von Trump abgegrenzt. «Niemand will Frieden mehr als die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine!», schrieb Scholz auf der Plattform X auf Deutsch und Englisch.
Scholz: Kiew kann sich auf Deutschland verlassen
«Deswegen suchen wir gemeinsam den Weg zu einem dauerhaften und gerechten Frieden.» Angesichts von Trumps Drohung, die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland im Stich zu lassen, betonte Scholz: «Auf Deutschland – und auf Europa – kann sich die Ukraine verlassen.»
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Selenskyj zugesichert, weiter an einem gerechten Frieden zu arbeiten. «Wir werden weiterhin mit Ihnen für einen gerechten und dauerhaften Frieden arbeiten», schrieb von der Leyen auf X.
An Selenskyj gerichtet schrieb sie: «Sie sind nie allein.» Zugleich sprach sie dem ukrainischen Präsidenten, dessen Land seit drei Jahren von Russland angegriffen wird, weiter Mut zu: «Seien Sie stark, seien Sie mutig, seien Sie furchtlos.»
Kritik und Lob von Republikanern
Auch in den USA wird Trump teils kritisiert: Der demokratische Senator Chris Murphy spricht von einer «Unglaublichen Blamage für Amerika», es sei eine «traurige Szene». Chuck Schumer, Anführer der Demokraten im Senat, wirft Trump vor, die «Putins Drecksarbeit» zu machen.
Aus den eigenen Reihen kritisiert der Republikaner Don Bacon den Präsidenten. Es sei «ein schlechter Tag für die amerikanische Aussenpolitik» gewesen, sagt der Abgeordnete zu «NBC».
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Von Lindsey Graham gibt es aber Lob: Er sei nie stolzer auf den Präsidenten gewesen, sagt er gegenüber Medien. Trump und Vance seien für das Land eingestanden, Selenskyj sei im Oval Office «respektlos» gewesen.
Er bezweifelt, dass die USA je wieder mit ihm zusammenarbeiten könnten. Er müsse sich radikal ändern – «oder die Ukrainer sollen sich, wen anders einstellen».
Selenskyj dankt Trump
Aus Russland meldet sich Dmitri Medwedew und lobt Trump, der Selenskyj eine «eiskalte Klatsche» zugefügt habe. «Und das undankbare Schwein bekam eine kräftige Ohrfeige von den Besitzern des Schweinestalls. Das ist nützlich.»
Der ukrainische Präsident selbst gibt sich nach dem Treffen diplomatisch und schreibt auf X: «Danke Amerika, danke für die Unterstützung, danke für den Besuch.» Die Ukraine brauche einen fairen und andauernden Frieden. «Und genau daran arbeiten wir.»