Äthiopien suspendiert Arbeit drei internationaler Hilfsorganisationen
Äthiopien hat die Arbeit von drei internationalen Hilfsorganisationen, die in der Konfliktregion Tigray humanitäre Hilfe anbieten, für mindestens drei Monate ausgesetzt. Die Zentralregierung beschuldigte Ärzte ohne Grenzen (MSF) Holland, den Norwegian Refugee Council (NRC) und die Al Maktoume Stiftung unter anderem, Mitarbeiter ohne die notwendige Arbeitserlaubnis beschäftigt zu haben. MSF und NRC wurde zudem vorgeworfen, Fehlinformationen über soziale Medien verbreitet zuhaben, während MSF zudem illegal importierte Satellitentelefone genutzt habe, hiess es weiter in einer Mitteilung vom Mittwoch. Der Al Maktoume Stiftung wurde ein Verstoss gegen Covid-Regulierungen sowie Misswirtschaft vorgeworfen.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach Ablauf der drei Monate werde die Regierung entscheiden, ob die Organisationen ihre Arbeit wieder aufnehmen dürfen, hiess es.
Die humanitäre Lage in Tigray hat sich nach UN-Einschätzung in den vergangenen Wochen derweil rapide verschärft. Äthiopiens Regierung hatte im November eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war.
Hintergrund des Konflikts in dem nordostafrikanischen Land waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die TPLF dominierte Äthiopien mehr als 25 Jahre lang, bis Regierungschef Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam und die TPLF hinausdrängte. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Der gegenwärtige Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und grosse Zerstörung angerichtet.