Spanien hat die Behandlung 16 verwundeter und schwer kranker Minderjähriger aus dem Gazastreifen angekündigt. Eine Lazarettmaschine flog dafür nach Ägypten.
Bisher wurden etwa 5.000 im Gaza-Krieg verletzte Kinder nach Ägypten evakuiert, weitere 10.000 warten noch in dem Küstenstreifen auf Hilfe.
Bisher wurden etwa 5000 im Gaza-Krieg verletzte Kinder nach Ägypten evakuiert, weitere 10'000 warten noch in dem Küstenstreifen auf Hilfe. (Archivbild) - Mohammed Talatene/dpa

Insgesamt 16 schwer kranke Minderjährige aus dem Gazastreifen sollen in spanischen Spitälern behandelt werden. Eine Lazarettmaschine vom Typ A400 M der Luftwaffe sei bereits in die ägyptische Hauptstadt Kairo geflogen, um die Kinder und Jugendlichen sowie 27 Familienangehörige nach Madrid zu bringen. Dies teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage mit.

Es handele sich um Patienten mit schweren Verletzungen durch den Krieg in dem Küstenstreifen. Sowie um einen Krebspatienten und einen Patienten mit einem schwerwiegenden Herzfehler. Die 16 Kinder und Jugendliche sind demnach bereits vor längerer Zeit aus dem Gazastreifen nach Ägypten evakuiert worden.

10'000 weitere verwundete Minderjährige warten auf Behandlung

Der Bedarf an medizinischer Hilfe für Zivilisten im Gazastreifen und speziell für Kinder und Jugendliche ist jedoch riesig. Nach Angaben des Chefs der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf, Tedros Adhanom Ghebreyesus, wurden bisher etwa 5000 verletzte Kinder aus dem Gazastreifen evakuiert. Seit Anfang Mai ist der Grenzübergang Rafah nach Ägypten jedoch wegen der Kämpfe geschlossen.

Deshalb warteten immer noch rund 10'000 weitere verwundete Minderjährige darauf, den Küstenstreifen für eine Behandlung im Ausland verlassen zu können. Nur wenigen gelingt es seither, nach Ägypten zu kommen. So konnten Ende Juni rund 20 krebskranke Kinder den Gazastreifen in Richtung Ägypten über einen anderen Grenzübergang verlassen.

39'000 Menschen im Gazastreifen getötet

Nach Angaben der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden seit Kriegsbeginn am 7. Oktober etwa 39'000 Menschen in dem Küstenstreifen getötet. Fast 90'000 seien verletzt worden. Das Gesundheitswesen vor Ort ist durch die Kriegszerstörungen weitgehend zusammengebrochen.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel verübt hatten. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer und der katastrophalen Lage im Gazastreifen steht Israel international immer stärker in der Kritik.

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