Simbabwe schaltet Internet aus Angst vor Protesten komplett ab

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Simbabwe,

In Simbabwe protestierten diese Woche dutzende Demonstranten gegen die Verdopplung des Benzinpreises. Um diese zu verhindern, kappt die Regierung das Internet.

Benzinkrise in Simbabwe.
Simbabwes Regierung schaltet aus Angst das Internet ab. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Demonstranten in Simbabwe organisierten diese Woche Proteste gegen die neuen Benzinpreise.
  • Aus Angst vor neuen Ausschreitungen schaltet die Regierung das Internet ab.

Aus Furcht vor neuen Protesten der Opposition hat Simbabwes Regierung bis auf Weiteres eine völlige Abschaltung des Internets angeordnet. Der Schritt sei gerechtfertigt, weil es in sozialen Medien erneut Versuche gebe, für nächste Woche Proteste zu organisieren, sagte der stellvertretende Informationsminister Energy Mutodi heute Freitag. Womöglich könne das Internet am Wochenende wieder freigeschalten werden.

Der wichtigste Mobilfunkanbieter, Econet, wehrt sich vor Gericht gegen die Abschaltung. Bis zu einer Klärung müsse man jedoch der Anordnung der Regierung Folge leisten, hiess es.

In Simbabwe war es am Montag und Dienstag nach einer Verdoppelung des Benzinpreises zu einem Generalstreik und heftigen Protesten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gekommen. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas, Gummigeschossen und teils auch scharfer Munition gegen Demonstranten vor. Hunderte wurden festgenommen, Dutzende verletzt. Menschenrechtlern zufolge wurden acht Menschen getötet.

Prominenter Oppositionsaktivist in Simbabwe festgenommen.
Evan Mawarire (r), ein Aktivist und Pastor, wird von der Polizei abgeholt. - dpa

Am Mittwoch wurde auch der prominente Oppositionsaktivist Pastor Evan Mawarire festgenommen, weil er zur Unterstützung der friedlichen Proteste der Gewerkschaften aufgerufen hatte. Ihm werden das Anstacheln zum Regierungsumsturz und das Aufrufen zu gewaltsamen Protesten vorgeworfen. Mawarire weist die Vorwürfe zurück. Seine Anwälte wollten heute Freitag seine Freilassung auf Kaution erreichen.

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa befindet sich seit Anfang der Woche auf einer langen Auslandsreise und will nächste Woche in Davos am Weltwirtschaftsforum teilnehmen. Das Land im südlichen Afrika befindet sich in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit zehn Jahren.

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