Europa muss sich gegen Verdummung wehren und militärisch aufrüsten
In Europa: Gunther Spath, Ex-Militärkommandant und Autor, warnt vor der zunehmenden Verdummung und fordert eine militärische Aufrüstung.

Gunther Spath, ehemaliger Militärkommandant von Kärnten und Autor von 17 Büchern, hat ein neues Buch geschrieben. In seinem neuesten Werk «Flexen, FLINTA, Fake und Co.» setzt er sich humorvoll mit der fortschreitenden Verdummung der Gesellschaft auseinander.
Der Titel des Buches reflektiert moderne Begriffe, die laut Spath den Rückgang menschlicher Intelligenz symbolisieren. Er sieht darin eine Gefahr für die politische Stabilität Europas.
Sorge um Bildung und künstliche Intelligenz
Spath kritisiert die abnehmende Schulbildung und die wachsende Abhängigkeit von künstlicher Intelligenz. Er betont, dass Chatbots oft fehlerhafte Antworten liefern, die jedoch überzeugend wirken.
«(...) je schlechter die Bildung, desto eher werden solche Antworten geglaubt(...)», erklärt er. Die Reizüberflutung durch ungeordnete Informationen im Internet erschwere es zusätzlich, Wahrheit von Fälschung zu unterscheiden.

Diese Entwicklung begünstige laut Spath populistische und autoritäre Politik weltweit. «Je grösser die Verdummung, desto leichteres Spiel hat es diese geistig ideologisch getriebene Politik», warnt der ehemalige Offizier.
Europa vor Sicherheitsrisiken
Die instabile Weltlage erfordert aus Spaths Sicht eine verstärkte militärische Aufrüstung Europas. Seit den 1990er Jahren seien die Verteidigungsausgaben kontinuierlich gesenkt worden.
«Es ist keine Kriegsgeilheit (...) Es nicht zu tun wäre einfach ein unverantwortliches Sicherheitsrisiko», sagt Spath deutlich. Er betont zudem, dass Europa sich nicht länger auf die USA verlassen könne und autoritäre Machthaber weltweit an Einfluss gewinnen.
Für Österreich fordert er beispielsweise eine Modernisierung der Reservetruppen und regelmässige Übungen der Miliz. «Die Miliz muss wieder schlagkräftig werden (...)», so Spath.
EU-Pläne zur Wiederaufrüstung
Die Forderungen von Gunther Spath stehen im Einklang mit aktuellen Plänen der EU-Kommission zur Verteidigungsstärkung. Der «ReArm Europe»-Plan sieht laut «Statista» Investitionen von knapp 800 Milliarden Euro vor, um Europas militärische Fähigkeiten zu verbessern.

Das entsprich ungefähr 763 Millionen Franken. Dabei sollen laut «ZDF» nationale Schulden für Verteidigungsausgaben ermöglicht werden, ohne EU-Defizitverfahren auszulösen.
Die EU strebe zudem eine stärkere Koordination der Rüstungsindustrie an und will Fähigkeitslücken schliessen, etwa bei Raketenabwehr und Cybersicherheit. Bis 2030 sollen diese Massnahmen umgesetzt werden, um Europa unabhängiger und verteidigungsfähiger zu machen.