Coronavirus: Was Walliser zu offenen Obwaldner Terrassen sagen
Der Chef des Zermatter Cervo hat Verständnis für die Kantone, die Ski-Terrassen öffnen. Das sei einiges sinnvoller als die «Pseudo-Take-Aways».

Das Wichtigste in Kürze
- Letzte Woche ist zwischen Bund und Kantonen ein Streit zu den Ski-Terrassen entbrannt.
- Am Wochenende waren die Terrassen in den «revolutionären» Kantonen sehr gut gefüllt.
- Der Chef des bekannten Cervo in Zermatt findet, dass die Terrassen klar offen gehören.
Am Wochenende herrschte in den Schweizer Bergen eitel Sonnenschein. Und es geht so weiter.
In den Kantonen Graubünden, Nid- und Obwalden, Schwyz und Uri füllten sich die Terrassen der Bergbeizen. Denn: In diesen fünf Kantonen widersetzen sich die Behörden der Verordnung des Bundesrats. Personen dürfen sich dort bis maximal vier Personen pro Tisch hinsetzen.
So geschehen beispielsweise am Sonntag auf der Melchsee-Frutt OW.

Weiter südlich in Zermatt VS sind solche Bilder ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Doch Daniel F. Lauber, Chef und Gründer des bekannten Cervo Mountain Resorts hofft, dass diese bald auch wieder im Wallis zur Gegenwart werden.
Seitenhieb an den Bund
Er sagt: «Es besteht hier dringend Handlungsbedarf vom Bund.» Der Kantönligeist sei in einer Krise wie dieser suboptimal. «Offene Terrassen, egal ob in den Städten oder Bergen, mit entsprechendem Schutzkonzept wären um einiges sinnvoller als Pseudo-Take-Aways», findet Lauber.
Die Bilder aus Melchsee-Frutt stören ihn nicht. Lauber findet es «normal, dass Betriebe versuchen, mit gesunden Menschenverstand die Situation zu meistern.»
Er betont aber: «Der Bund muss jetzt dringend Flächendenkend die gleichen Massnahmen durchsetzen. Terrassen gehören aber klar offen!»

Trotz Ungleichbehandlung mit den Kollegen in den «Revoluzzer»-Kantonen fühlt sich der Unternehmer nicht benachteiligt. «Der Kanton Wallis, insbesondere der Staatsrat, macht einen hervorragenden und um einiges besseren Job als die Landesregierung.» Er habe volles Vertrauen, dass sich hier bald eine Lösung abzeichnet.
Dem Verbot widersetzen wolle er sich nicht. «Wir sind Unternehmer und wollen uns nicht in der Grau- oder illegalen Zone bewegen.»
Es bleibt abzuwarten, wann sich Laubers Wunsch nach offener Terrasse erfüllt. Der Druck auf den Bundesrat ist in den letzten Tagen gestiegen. Am Mittwoch trifft er die Entscheide über die nächsten Öffnungsschritte.