PKK

PKK: Anführer Öcalan ruft zum Auflösen der Partei auf

Redaktion
Redaktion, Keystone-SDA

Türkei,

Seit 40 Jahren führt die Partei PKK einen Kampf gegen die Türkei. Der inhaftierte Anführer, Abdullah Öcalan, ruft nun zu dessen Beendigung auf.

Abdullah Öcalan PKK Auflösung
Der Anführer der PKK, Abdullah Öcalan, ruft zur Beendigung des Kampfes gegen die Türkei auf. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Anführer der kurdischen Arbeiterpartei PKK hat zur Niederlegung der Waffen aufgerufen.
  • Der inhaftierte Abdullah Öcalan fordert, dass sich die Partei auflöst.
  • Die PKK wird in der Türkei, EU und den USA als terroristisch eingestuft.

Der inhaftierte Anführer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat seine Anhänger dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen.

Alle Gruppen müssten ihre Waffen niederlegen und die in der Türkei als terroristisch eingestufte PKK müsse sich auflösen. Das hiess es in einer von der prokurdischen Partei Dem in Istanbul verlesenen Erklärung von Öcalan.

Eine Delegation der Partei hatte Öcalan am Morgen zunächst im Gefängnis auf der Insel Imrali im Marmarameer besucht.

Bedeutet dies Frieden?

Die PKK ist in der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation gelistet. Sie kämpft seit den 1980er Jahren mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei.

Inzwischen ist die PKK nach eigenen Angaben von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt. In dem Konflikt sind bislang Zehntausende Menschen ums Leben gekommen. Öcalan (75) sitzt seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali in Haft.

Der Aufruf Öcalans könnte zu einem neuen Friedensprozess zwischen PKK und türkischer Regierung führen.

Das wäre der erste Schritt dieser Art seit mehr als zehn Jahren. Zuletzt wurde 2013 eine Waffenruhe ausgerufen, der Friedensprozess scheiterte aber im Sommer 2015.

Grosse Aufmerksamkeit für Öcalans Statement

Die Erklärung Öcalans stiess auf grosses öffentliche Interesse. Im kurdisch geprägten Südosten wurde sie auf öffentlich aufgestellten Bildschirmen übertragen.

Ob die PKK seinem Aufruf folgt, ist noch ungewiss. Zur PKK-Führungsriege gehören derzeit Murat Karayilan und Cemil Bayik, die vom türkischen Staat wegen Terrorvorwürfen gesucht werden.

Konflikt mit PKK in Türkei betrifft auch Syrien

Das PKK-Hauptquartier liegt in den nordirakischen Kandil-Bergen. Der Konflikt verlagerte sich nach Angaben der International Crisis Group seit 2019 von der Türkei in den Nordirak und nach Nordsyrien. Das türkische Militär hatte die PKK-Kämpfer immer weiter zurückgedrängt.

Sollte Öcalan freigelassen werden?

In Nordsyrien kontrolliert die Kurdenmiliz YPG, die Ankara als PKK-Ableger bekämpft, grosse Gebiete. Beobachter gehen davon aus, dass der Konflikt zwischen türkischer Regierung und PKK nur im Zusammenspiel mit einer Lösung in Nordsyrien beigelegt werden kann.

Ultranationalisten geben Anstoss

Der erste Anstoss zu neuen Verhandlungen kam ausgerechnet von den Ultranationalisten der Partei MHP. Sie ist Regierungspartner von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Türkei Abdullah Öcalan PKK
Abdullah Öcalan, Chef der kurdischen Arbeiterpartei PKK, will Frieden mit der Türkei. (Archivbild) - keystone

Der MHP-Chef Devlet Bahceli hatte Ende vergangenen Jahres eine mögliche Freilassung Öcalans thematisiert, sollte die PKK die Waffen niederlegen. Im Dezember durfte Öcalan das erste Mal seit Jahren im Gefängnis Besuch von Parteifunktionären der prokurdischen Partei Dem empfangen.

Die Dem stellt im Südosten der Türkei zahlreiche Bürgermeister. Sie setzt sich auf politischem Weg für mehr Rechte für Kurden ein, die rund 20 Prozent der türkischen Bevölkerung ausmachen.

Die Regierung wirft der Partei vor, verlängerter Arm der PKK zu sein. Die Dem weist das zurück.

Kommentare

User #4337 (nicht angemeldet)

Man hat eigentlich nie verstanden, warum die Türkei, Syrien, Irak und Iran einen Staat Kurdistan ablehnen. Sie alle hätten davon grundsätzlich mehr Ruhe gehabt. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist ein völkerrechtlicher Grundsatz, den man achten sollte und der viele Probleme lösen würde, selbst wenn es die territoriale Integrität mancher Staaten beeinflusst. Den Kurden ist zu wünschen, dass man ihnen irgendwann gibt, was für die meisten Nationen so selbstverständlich ist.

User #2818 (nicht angemeldet)

Und jetzt? Was hats dem Ötschi gebracht ausser tausenden Toten? Für was?

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