Vor fünf Jahren erreichte die Corona-Pandemie Graubünden
Vor fünf Jahren erreichte die Corona-Pandemie Graubünden. Ein Rückblick auf den Umgang des Kantons mit der Krise.
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Vor fünf Jahren, am 26. Februar 2020, sind bei zwei Engadiner Kindern im Engadin Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden – die ersten in Graubünden. Die Corona-Pandemie hatte das Bündnerland erreicht. Der Kanton reagierte umgehend.
Tags darauf wurde der Engadiner Skimarathon abgesagt, wie das Bündner Gesundheitsamt am Mittwoch in einem Rückblick auf die Pandemie erinnerte. Es war der erste Grossanlass in der Schweiz, der wegen des Virus abgesagt wurde.
In den kommenden Wochen ergriffen sowohl die kantonalen Behörden als auch der Bund weitreichende Massnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. «Die Massnahmen des Kantons waren dabei denjenigen des Bundes einige Tage voraus», betonte das Gesundheitsamt.
Im Nachhinein habe sich das als richtig bestätigt. «Es zeigte sich, dass rasch verordnete Massnahmen die grösste Wirksamkeit hatten», erklärte das Amt.
Sterblichkeit und Massnahmen
In den zwei Pandemiejahren stellte das Gesundheitsamt auch in Graubünden eine überdurchschnittliche Sterblichkeit fest, wenn auch laut eigener Angaben «eine weit geringere als im schweizweiten Durchschnitt». Die Hälfte der Todesfälle im Januar 2021 wurde in Alters- und Pflegeheimen verzeichnet.
Die Bündner Gesundheitsbehörden hätten immer versucht, die Corona-Massnahmen auf den damaligen Stand des Wissens auszurichten, hiess es in der Jahrestags-Mitteilung. «Graubünden kam so vergleichsweise gut durch die Coronapandemie, auch wenn gewisse Einschränkungen zum Beispiel in Spitälern und Altersheimen einschneidend waren», resümierte das Gesundheitsamt in eigener Sache.
Stolz ist der Kanton auf das flächendeckende Testprogramm in Unternehmen. Angestellte teilnehmender Firmen wurden regelmässiges auf SARS-CoV-2 getestet. Eine Begleitstudie zeigte später auf, dass mit dem Testprogramm eine Reduktion der positiven Fälle erreicht wurde.
Impfung und Long-Covid
Ende 2020 liess Swissmedic einen ersten Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zu. Bereits am 5. Januar 2021 wurden in Graubünden die ersten Personen gegen geimpft. Es dauerte dann aber noch über ein Jahr, bis am 1. April 2022 die «besondere Lage» und damit die letzten Massnahmen des Bundes aufgehoben wurden.
«Eine Herausforderung stellt nach wie vor die Versorgung und Betreuung von Patientinnen und Patienten dar, die immer noch unter den Folgen einer Covid-Erkrankung leiden», erklärte das Gesundheitsamt in seinem Communiqué. Das Bündner Parlament habe darauf reagiert. Es beauftragte die Regierung erst in dieser Februar-Session, das Unterstützungsangebot für Long-Covid-Betroffene auszubauen.