«Woke-Kultur»: Christoph Blocher schiesst gegen Economiesuisse
Alt-Bundesrat Christoph Blocher übt scharfe Kritik am Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Er wirft ihm Mutlosigkeit und «Woke-Kultur» vor.

Christoph Blocher, Alt-Bundesrat und SVP-Doyen, hat in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» eine scharfe Kritik an Economiesuisse geäussert. Die Positionierung des Wirtschaftsdachverbandes gegen die SVP-Initiative zur Begrenzung der Zuwanderung wertet er als Verrat an der Schweizer Wirtschaft.
Besonders stört Blocher die Haltung von Economiesuisse zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP. Diese fordert, dass ab einer Bevölkerung von 9,5 Millionen nur noch gezielt benötigte Arbeitskräfte ins Land kommen dürfen.
Blocher wirft Economiesuisse vor, die Interessen der Wirtschaft nicht mehr zu vertreten. Stattdessen hätten sich «Bürokraten» etabliert, die weder Mut noch unternehmerische Erfahrung hätten, zitiert «Infosperber».
Economiesuisse und die «Woke-Kultur»
Ein weiterer Vorwurf betrifft die angebliche Ausbreitung einer «unsäglichen Woke-Kultur» innerhalb von Economiesuisse. Blocher sieht darin ein Zeichen für Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Dies treffe insbesondere seine Tochter Magdalena Martullo-Blocher, die im Vorstand des Verbandes sitzt.

Laut Blocher sei es symptomatisch für diese Kultur, dass keine Diskussionen mit Personen geführt würden, die abweichende Meinungen verträten. Dies schade nicht nur dem Verband, sondern auch der politischen Debatte in der Schweiz.
Die Kritik an Economiesuisse reiht sich in eine längere Geschichte von Spannungen zwischen der SVP und dem Verband ein. Bereits in der Vergangenheit gab es Konflikte, etwa über die Personenfreizügigkeit und andere wirtschaftspolitische Themen.
Nicht die erste Eskalation
Der Bruch zwischen der SVP und Economiesuisse eskalierte nach scharfer Kritik des Verbandes an der SVP-Initiative. Economiesuisse bezeichnete diese laut «Tages-Anzeiger» als radikal und als Gefahr für den Wirtschaftsstandort Schweiz.
Die SVP reagierte daraufhin mit einem Abbruch des Dialogs, während Martullo-Blocher weiterhin im Vorstand des Verbandes verbleibt. Christoph Blocher betonte jedoch, dass seine Tochter selbst über ihre Position entscheiden müsse, berichtet «Infosperber».
Blochers Angriffe auf Economiesuisse zeigen eine tiefgreifende Entfremdung zwischen dem Verband und der grössten Schweizer Partei. Der Konflikt wirft Fragen über die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft auf.