Christoph Blocher hält die US-Zölle für absurd
Den Grundgedanken hinter Trumps Zöllen kann der SVP-Doyen nachvollziehen. Die Rechnung gehe aber nicht auf, es drohen Inflation und Rezession.

Das Wichtigste in Kürze
- Die US-Zölle seien so absurd, da sei wohl Donald Trump nicht alleine draufgekommen.
- Das sagt alt Bundesrat Christoph Blocher in der Sendung «Teleblocher».
- Er rechnet mit Inflation und Rezession in den USA – auch die Schweiz sei gefährdet.
Für einmal geht SVP-Übervater Christoph Blocher mit dem Bundesrat grösstenteils einig: Auch für ihn sind die massiven Zölle der USA nicht nachvollziehbar, erzählt er bei «Teleblocher».
Dabei habe US-Präsident Donald Trump ja noch von «reziprok» gesprochen. Also im Prinzip «wie du mir, so ich dir», resümiert Christoph Blocher: «Wenn einer einem an den Grind haut, haut er dir auch eine.»

Auch die eher kühle Reaktion der Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter, die einfach mal zur Kenntnis nimmt, sei zurecht erfolgt. Der Bundesrat habe gesagt, man mache zunächst einmal nichts, wenn auch nicht in diesen exakten Worten. Aber das sei sicher richtig.
Schweiz gehört zu den Tüchtigen
Blocher beruhigt immerhin etwas: «Man hat nicht Massnahmen aus politischen Gründen getroffen.» Ob Freund oder Feind, alle wurden gleich behandelt. Mit der Folge, dass die tüchtigsten Staaten nun mit den höchsten Zöllen belegt würden. «Die Schweiz gehört zu den Tüchtigen», stellt er fest.
Schliesslich haben wir die höheren Zölle aufgebrummt erhalten als die EU. Später rechnet Blocher allerdings vor, dass es eigentlich nicht 31, sondern 15 Prozent seien. Also weniger als die 20 Prozent der EU-Staaten. Denn die Hälfte der Schweizer Exporte, die Pharmaprodukte, sind ausgenommen.
«Absurde Idee»: Rechnung geht laut Christoph Blocher nicht auf
Christoph Blocher spart nicht mit Kritik gegenüber der Trump-Regierung. Er stellt zunächst klar: «Man sagt immer, ‹Trump hat das gemacht›, ich sage ‹die Amerikaner›.»
Denn er glaube nicht, dass Donald Trump allein verantwortlich sei: «Auf so eine absurde Idee kommt ja nicht einer allein.»

Denn diese Rechnung werde nicht aufgehen, dass nun alle Unternehmen in den USA zu produzieren beginnen. «Das ist eine kurzfristige Rechnung – das geht ja Monate. Zunächst wird in den USA alles teurer, das gibt Inflation, wenn es Inflation gibt, gibt es Rezession.» Die Gefahr einer Rezession sei auch in der Schweiz gestiegen.
Jetzt einen «Deal» mit Trump machen
Einen Vorteil sieht er für seine Ems-Chemie, die noch unter seiner Ägide in die USA expandierte. Das sei nötig geworden, denn sie hätten in Amerika festgestellt: «Als Ausländer bis du eigentlich ein Fremder.»
Dem Bundesrat empfiehlt Blocher nun, aufzuzeigen, was diese Zölle für Folgen auch für die USA haben. Dann könne man verhandeln: «Da spielt dann vielleicht schon Sympathie eine Rolle» – anders als bei der eiskalten Berechnung der Zölle.
Dann mache man das, was Trump ja offenbar am liebsten tue: «Dann macht man halt einen ‹Deal›, das muss jetzt die Schweiz tun.»