Bundesbank verzeichnet höchsten Verlust ihrer Geschichte
Die Deutsche Bundesbank hat für das Jahr 2024 einen Rekordverlust von 19,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Es ist der erste Verlust seit 1979.
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Der Kampf gegen die Inflation hat die Bundesbank teuer zu stehen gekommen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel erklärte in Frankfurt, dass der schlimmste Teil der erwarteten Belastungen wohl überstanden sei.
Dies sagte er bei der Vorstellung des Jahresabschlusses, wie der «Spiegel» schreibt. Dennoch werden in den kommenden Jahren weitere Verluste erwartet, wenn auch in geringerem Ausmass.
Gründe für den Rekordverlust
Die rasante Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung der Inflation hat die finanziellen Puffer der Bundesbank schnell aufgezehrt.
Das Zinsergebnis verbesserte sich zwar leicht. Es blieb aber mit rund 13,1 Milliarden Euro (rund 12 Milliarden Franken) weiterhin deutlich im Minus.
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Die EZB hatte ab Sommer 2022 die Zinsen im Euroraum stark angehoben, um die hohe Inflation einzudämmen. Inzwischen ist die Teuerungsrate wieder deutlich zurückgegangen, was der EZB erlaubte, die Leitzinsen im Euroraum wieder zu senken.
Auswirkungen auf den Bundeshaushalt
Für den Bundeshaushalt bedeutet der Verlust, dass erneut keine Gewinnausschüttung erfolgen wird. Dies ist bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem der Bund auf diese Einnahmen verzichten muss.
In früheren Jahren hatte das Bundesfinanzministerium traditionell einen Bundesbankgewinn von 2,5 Milliarden Euro (rund 2,4 Milliarden Franken) im Haushalt eingeplant.
Zukunftsaussichten der Bundesbank
Trotz der aktuellen Verluste betont Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer die Solidität der Bundesbank-Bilanz. «Die Bundesbank kann sowohl die aktuellen als auch die zu erwartenden finanziellen Belastungen tragen», erläuterte sie laut Pressemitteilung.
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Als positiven Aspekt hebt sie den gestiegenen Wert der Goldreserven hervor. Dieser lang Ende 2024 bei gut 267 Milliarden Euro (rund 251 Milliarden Franken).
Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 197 Milliarden Euro (rund 182 Milliarden Franken) im Vorjahr.
Inflationsausblick
Bundesbankpräsident Nagel zeigt sich optimistisch hinsichtlich der weiteren Inflationsentwicklung. «Mit einer nachhaltigen Rückkehr zur Zwei-Prozent-Marke rechnen wir in Deutschland 2026», erklärte er in einer Pressemitteilung.
Die Notenbanken wollen stabile Preise und eine sichere Währung im Euroraum gewährleisten. Diese Prognose passt zu ihrem Hauptziel.
Die Bundesbank wird laut «Deutschlandfunk» die Verluste der kommenden Jahre mit zukünftigen Gewinnen ausgleichen.