Ex-US-Verteidigungsminister Mattis kritisiert Trump heftig

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USA,

Für den Ex-US-Verteidigungsminister Mattis hat der US-Präsident seine Regierungsmacht missbraucht. Trump versuche derzeit das Land zu spalten.

Der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis kritisiert Trump heftig. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis kritisiert Trump heftig. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-US-Verteidigungsminister Mattis kritisierte Donald Trump heftig.
  • Der US-Präsident würde seine Regierungsmacht missbrauchen.
  • Zudem versuche er als erster Präsident seit Jahren das Land zu spalten.

Für den Ex-US-Verteidigungsminister Mattis hat der US-Präsident seine Regierungsmacht missbraucht. Trump sei der erste Präsident, der seit drei Jahren versuche, das Land zu spalten. Der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis hat sich hinter die friedlichen Proteste im Land gestellt und Präsident Donald Trump als Spalter kritisiert.

Trump sei der erste Präsident, den er erlebe, der sich nicht darum bemühe, das Land zu einen, sondern seit drei Jahren versuche, das Land zu spalten, schrieb Mattis im US-Magazin «The Atlantic». «Wir sind Zeugen der Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung», schrieb der pensionierte General. Die Ereignisse dieser Woche hätten ihn «wütend und entsetzt» zurückgelassen, erklärte der 69-Jährige.

Rücktritt wegen Meinungsverschiedenheiten

Mattis war wegen Meinungsverschiedenheiten mit Trump Anfang 2019 nach zwei Jahren als dessen Verteidigungsminister zurückgetreten, hatte den Präsidenten seither aber nicht öffentlich kritisiert. Mattis bezeichnete nun die von Trump gewünschte Militarisierung der Einsätze gegen die Proteste im ganzen Land nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz als unnötigen Fehler.

Donald Trump Mattis
Der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister James Mattis (links) übt harsche Kritik an US-Präsident Donald Trump (rechts) wegen den Unruhen im Land. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/OLIVIER HOSLET

«Zuhause sollten wir unser Militär nur sehr selten einsetzen, wenn es von Gouverneuren der Bundesstaaten angefordert wird», schrieb Mattis in der Erklärung. Ein Einsatz der Streitkräfte gegen zivile Proteste drohe, einen Konflikt zwischen Bevölkerung und Militär zu provozieren, warnte er.

Die anhaltenden Proteste im ganzen Land hätten Zehntausende Bürger friedlich auf die Strassen gebracht und dürften nicht von gewaltsamen Ausschreitungen einiger Gesetzesbrecher überschattet werden, forderte Mattis in dem Schreiben. «Wir müssen uns hinter einem gemeinsamen Ziel versammeln. Und das beginnt mit der Garantie, dass wir alle vor dem Gesetz gleich sind», erklärte Mattis. Bei den Protesten für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, sei Aufgabe der örtlichen Sicherheitskräfte, schrieb er.

Mattis wirft Trump Machtmissbrauch vor

Mattis fand besonders scharfe Worte für den Vorfall vom Montag, als auf Befehl von Trumps Regierung hin ein friedlicher Protest vor dem Weissen Haus gewaltsam aufgelöst worden war, um es Trump zu ermöglichen, sich vor einer nahen Kirche in Szene zu setzen. Er bezeichnete den Vorfall als «Missbrauch der Regierungsmacht». «Wir müssen das ablehnen und jene Amtsträger zur Rechenschaft ziehen, die unsere Verfassung verhöhnen würden», forderte er.

US-Präsident Donald Trump mit Bibel vor der St.-Johns-Kirche
US-Präsident Donald Trump mit Bibel vor der St.-Johns-Kirche - AFP

Er habe sich bislang nicht vorstellen können, dass Soldaten befohlen würde, «die verfassungsmässigen Rechte ihrer Mitbürger zu verletzen», um dem Oberbefehlshaber einen «bizarren Foto-Auftritt» zu ermöglichen, fügte Mattis hinzu. Er kritisierte indirekt auch Verteidigungsminister Mark Esper, der an Trumps Auftritt teilgenommen hatte. Esper hatte später versucht, sich davon zu distanzieren.

Trump wirbt seit Tagen für einen Einsatz des Militärs, um Ausschreitungen am Rande der Proteste zu unterbinden. Auf Trumps Befehl hin sind Soldaten in die Hauptstadt Washington verlegt worden. Am Dienstag hatte sich auch der frühere Generalstabschef Mike Mullen entsetzt gezeigt und Trumps Regierung scharf dafür kritisiert.

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