G20-Aussenministertreffen: Südafrika beklagt Mangel an Konsens
Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat den mangelnden Konsens innerhalb der G20 kritisiert.
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Südafrikas Präsident hat in Zeiten geopolitischer Spannungen, Konflikte und Kriege einen Mangel an Konsens unter den führenden Wirtschaftsmächten beklagt.
Es gäbe innerhalb der Gruppe bedeutender Wirtschaftsnationen (G20) keine Einigkeit darüber, wie auf global wichtige Themen zu reagieren sei, sagte Cyril Ramaphosa während der Eröffnung des G20-Aussenministertreffens im südafrikanischen Johannesburg. Zunehmende Intoleranz bedrohe «das ohnehin schon fragile globale Zusammenleben», so Ramaphosa.
Dem ersten G20-Aussenministertreffen unter Südafrikas Vorsitz hatte US-Aussenminister Marco Rubio eine Absage erteilt. Als Grund nannte Rubio ein in Südafrika verabschiedetes Gesetz zur Landreform, mit dem die USA nicht einverstanden sind. Auch sieht Rubio Südafrikas Haltung zu Verbündeten wie Israel kritisch.
US-Russland-Gespräche statt Teilnahme am Treffen
Zudem warf Rubio dem G20-Format vor, zu einem Hort des Anti-Amerikanismus verkommen zu sein.
Statt nach Johannesburg zu reisen, hatte er sich mit Russlands Aussenminister Sergej Lawrow diese Woche zu bilateralen Gesprächen getroffen, in deren Fokus ein Ende des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stand.
Der G20 gehören 19 Staaten, die Europäische und die Afrikanische Union an. Die Gruppe steht für etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft.