EU

EU verhängt 460 Millionen-Strafe gegen Autobauer-Kartell

Fabia Söllner
Fabia Söllner

Belgien,

Die EU-Kommission ahndet illegale Absprachen führender Autohersteller mit Rekordstrafe. Betroffen sind deutsche Konzerne und internationale Marken.

VW
VW steht neben anderen Autoherstellern vor Strafzahlungen. (Archivbild) - Hendrik Schmidt/dpa

Die EU-Kommission hat eine Kartellstrafe von 460 Millionen Euro (rund 439 Millionen Franken) gegen mehrere Autobauer verhängt. «Focus» berichtet, dass die Unternehmen über Jahre hinweg wettbewerbswidrige Absprachen getroffen hätten.

Die illegalen Praktiken reichten von 2002 bis 2017 und betrafen 16 Hersteller sowie den Branchenverband Acea.

Volkswagen muss mit 127 Millionen Euro die höchste Einzelstrafe zahlen, während BMW rund 25 Millionen Euro berappt. Mercedes-Benz entging einer Strafe, da das Unternehmen die Absprachen selbst offengelegt hatte.

Koordinierte Marktmanipulation der EU-Autobauer

Die Autobauer tauschten laut «Welt» gezielt Vereinbarungen mit Demontagebetrieben aus. Zudem verzichteten sie bewusst auf Werbung für die Recyclingfähigkeit ihrer Fahrzeuge.

VW Logo
VW bleibt bei seiner Prognose für 2025 optimistisch. (Symbolbild) - Depositphotos

Dies sollte verhindern, dass Verbraucher Nachhaltigkeit als Kaufkriterium nutzen. Der «Zeit» zufolge wollten die Hersteller so Druck vermeiden, über gesetzliche Vorgaben hinauszugehen.

Der Branchenverband Acea organisierte demnach Treffen, um die Absprachen zu fördern.

Strafen und Konsequenzen

Neben deutschen Konzernen sind auch Opel-Mutter Stellantis (75 Millionen Euro) und Ford (über 40 Millionen Euro) betroffen. Toyota muss 24 Millionen Euro zahlen, während Acea eine Strafe von 500'000 Euro erhielt.

Die EU gewährte Rabatte für kooperationsbereite Unternehmen.

Findest du das Vorgehen der EU gerecht?

Die Strafen würden laut «Welt» ursprünglich doppelt so hoch ausfallen – dank Zusammenarbeit reduzierten sich die Summen um zehn Prozent. Trotz der Millionenlast stiegen die Aktienkurse von VW, BMW und Mercedes am Tag der Bekanntgabe leicht.

Kommentare

User #5953 (nicht angemeldet)

Bravo Herr Rösti! Albert Rösti (57) ist ein Autofreund. Bis zu seiner Wahl in den Bundesrat war er Präsident des Branchenverbands Auto-Schweiz. Doch genau dieser Verband ist jetzt hässig auf Verkehrsminister Rösti. Grund ist die Verordnung zum neuen CO₂-Gesetz, die der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat. Das Papier sieht Strafzahlungen vor, wenn nicht genügend Elektroautos verkauft werden – auch rückwirkend seit Beginn dieses Jahres. «Eine solche Politik wird für die Schweizer Automobilunternehmen existenzbedrohende Ausmasse annehmen», sagt Auto-Schweiz-Präsident Peter Grünenfelder (58). «Kauft die Schweizer Bevölkerung nun nicht genügend Elektrofahrzeuge, drohen allein für 2025 Strafzahlungen im dreistelligen Millionenbereich.» Grünenfelder warnt, es sei mit einem Abbau von «Tausenden von Stellen, der Ausdünnung des Händlernetzes und der Aufgabe von Garagenbetrieben» zu rechnen. Auch die Autos könnten teurer werden, wenn die Sanktionen umgelegt werden.

User #1622 (nicht angemeldet)

Verkauft doch die Europäische Autoindustrie direkt an China, ohne Umwege, wäre um einiges effizienter!!

Weiterlesen

VW Aktie
3 Interaktionen
Volkswagen
CO2-Strafen
23 Interaktionen
CO2-Strafen
Europol
Neue Vorschläge

MEHR IN NEWS

Polizei
Vorsicht Betrug
fc basel erni maissen
1 Interaktionen
Erni Maissen
Weleda
Wegen Zölle
gürtelrose impfung
5 Interaktionen
Studie

MEHR EU

Ursula von der Leyen
6 Interaktionen
Hoffnung auf Deal
EU-Parlament
6 Interaktionen
Kritik
Junge Reisende
4 Interaktionen
Bewerbung
Unterstützung

MEHR AUS BELGIEN

Wout van Aert
Flandern-Hauptprobe
Patric Franzen EU
181 Interaktionen
Brüssel
eu-parlament ukraine-krieg
2 Interaktionen
Anpassung