Regierung

Staatschef Radew fordert Rücktritt der bulgarischen Regierung

Keystone-SDA
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Bulgarien,

Nach Polizeirazzien am Amtssitz des bulgarischen Präsidenten Rumen Radew fordert dieser nun den Rücktritt der Regierung.

Rumen Radew Bojko Borissow
Der bulgarische Präsident Rumen Radew spricht am europäischen Sitz der Uno in Genf. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bulgariens Staatschef Rumen Radew hat den Rücktritt der Regierung gefordert.
  • Hintergrund ist eine Polizeirazzia am Amtssitz des bulgarischen Präsidenten Rumen Radew.
  • Hunderte Menschen demonstrierten anschliessend für mehr Demokratie.

Bulgariens Staatschef Rumen Radew hat in einer Verschärfung des Konflikts mit Ministerpräsident Boiko Borissow den Rücktritt der Regierung verlangt. Auch der Generalstaatsanwalt solle zurücktreten.

Der Präsident begründete seinen Vorstoss am Samstag mit entsprechenden Forderungen von Demonstranten. Ein weiterer Grund seien die Spannungen wegen Ausschreitungen nach zeitgleichen Kundgebungen beider Lager vom Freitagabend. Radew steht den oppositionellen Sozialisten nahe.

Die regierende Partei GERB erklärte, dass Teilnehmer an der Präsidenten-Kundgebung unter anderem Polizeikräfte mit Flaschen angegriffen hätten. Drei Polizisten seien dabei verletzt und 18 Demonstranten festgenommen worden.

Proteste gegen Korruption, Angsteinjagen und Staatsanwaltserpressung

«Der Ausweg aus der entstandenen Lage ist einer: Rücktritt der Regierung und des Generalstaatsanwalts», sagte Radew in einer im Fernsehen live übertragenen Ansprache. «Die Gewalt und Manipulationen können das Vertrauen in die Institutionen nicht zurückbringen», begründete er. Radew sagte, die Bulgaren protestierten gegen Korruption, Angsteinjagen, Staatsanwaltserpressung.

regierung protest bulgarien
Menschen protestieren in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gegen die Regierung. - keystone

Hintergrund ist eine Polizeirazzia in den Arbeitsräumen von zwei hochgestellten Mitarbeitern des Präsidialamts, die vorübergehend festgenommen wurden. Dem einen wird Einflusshandel und dem anderen Anstiftung zum Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Generalstaatsanwalt Iwan Geschew warf Staatschef Radew prompt einen Verstoss gegen die Verfassung vor: «Der «Vereiniger der Nation» erlaubte es sich wieder einmal, die Unabhängigkeit der Rechtsprechung zu verletzen. Und einen groben Druck auf die Staatsanwaltschaft auszuüben», schrieb er auf Twitter.

Misstrauensantrag angekündigt

Mehrere Hundert Demonstranten versammelten sich unterdessen erneut vor dem Präsidialamt in Sofia. Sie protestierten für Demokratie und gegen die seit Mai 2017 amtierende bürgerlich-nationalistische Regierung von Boiko Borissow. Staatschef Radew hatte bei einer vorausgegangenen Aktion dieser Art aufgerufen, die «Mafia» aus der Regierung und der Staatsanwaltschaft zu vertreiben.

Misstrauensvotum
Bojko Borissow (l), Ministerpräsident von Bulgarien, spricht während einer Pressekonferenz. - dpa

Die Proteste sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Sie werden vor einem von den Sozialisten angekündigten Misstrauensantrag im Parlament gegen die Regierung wegen angeblicher Korruption veranstaltet.

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