Erste blinde Schwimmerin durchquert den Ärmelkanal
Melanie Barratt, 49, schreibt Geschichte: Als erste blinde Frau schwamm sie den Ärmelkanal in nur 12 Stunden und 20 Minuten.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Schwimmerin hat als erste blinde Frau den Ärmelkanal überquert.
- Geübt hat sie mit einem Fass kaltem Wasser im Garten.
Melanie Barratt, Paralympics-Goldmedaillengewinnerin, hat als erste blinde Frau den Ärmelkanal durchschwommen. Sie absolvierte die 34 Kilometer von Dover nach Frankreich in einer Zeit von 12 Stunden und 20 Minuten.
Damit war sie schneller als die erwarteten 14 Stunden. Es sei ein «wahr gewordener Traum», sagte Barratt laut «Good News Network».
Schon früh angefangen zu schwimmen
Die Britin aus Kenilworth begann ihre Schwimmkarriere mit der Wohltätigkeitsorganisation British Blind Sport.

«Ich liebte das Wasser», erinnert sie sich. Die Organisation half ihr, gerade zu schwimmen und Hindernisse zu vermeiden.
Ihre Blindheit, verursacht durch eine Infektion während der Schwangerschaft ihrer Mutter, führte oft zu Isolation in der Schulzeit. Doch Schwimmen gab ihr neues Selbstvertrauen.
Vom Pool zur offenen See
Barratt gewann bei den Paralympics in Atlanta 1996 und Sydney 2000 zwei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille. Nach ihrem Rücktritt suchte sie neue Herausforderungen und entdeckte das Freiwasserschwimmen.
«Der Schock des kalten Wassers machte mir jede einzelne Zelle meines Körpers bewusst, und das war befreiend», sagte sie laut «Good News Network». Ihre Wettkämpfe umfassten unter anderem den Thames Marathon und ein Staffelrennen im Genfersee.
Um sich auf den Ärmelkanal vorzubereiten, trainierte sie mit einem Fass kalten Wasser im Garten. Ihr Ehemann begleitete sie in einem farbigen Kajak, das sie erkennen konnte. Mit speziellen Kopfhörern kommunizierte er während des Schwimmens mit ihr.
Rekord und Inspiration
Barratt meisterte die Strecke im August 2024 trotz Hindernissen wie Quallen und Treibholz. Zwei Monate später erhielt sie einen Guinness-Weltrekord.
Barratt hofft, andere zu inspirieren. Sport habe ihr Selbstvertrauen gegeben und gezeigt: «Nichts ist unmöglich.»
Sie gründete die Facebook-Gruppe Blind Swim Buddies, um blinden Menschen Zugang zum Freiwasserschwimmen zu ermöglichen.