Ansturm auf Öl- und Gasheizungen im Aargau
Bald gelten im Aargau beim Einbau von Gas- und Ölheizungen neue Regelungen. Die Aufträge schnellen aktuell in die Höhe.

Das Wichtigste in Kürze
- Ab April müssen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen erweiterte Auflagen erfüllen.
- Ein Teil des bisherigen Wärmebedarfs muss eingespart oder alternativ gedeckt werden.
- Nun kommt es im Aargau zu einem Andrang bei fossilen Systemen.
Ab April gelten für den Einbau von Gas- und Ölheizungen im Aargau strengere Auflagen: Vom bisherigen Wärmebedarf dürfen nur noch 90 Prozent mit fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Auch muss nachgewiesen werden, dass die Wirtschaftlichkeit alternativer Heizsysteme geprüft wurde.
Wie die «Aargauer Zeitung» erläutert, können die Vorgaben beispielsweise durch ergänzende Systeme wie Wärmepumpenboiler oder kleine Solaranlagen erfüllt werden.
Sturm auf fossile Heizungen
Das Gesetz schliesst allerdings eine Übergangsfrist von zwei Jahren ein. Wer jetzt noch eine bereits unterschriebene Auftragsbestätigung vorlegen kann, kann eine Gas- oder Ölheizung auch später noch einbauen lassen. Diese unterliegen dann noch nicht den neuen Auflagen.

Die Übergangsregelung sorgte nun für einen starken Anstieg an Aufträgen für die fossilen Heizsysteme. Die Aufträge für Wärmepumpen seien hingegen schweizweit massiv eingebrochen.
Roman Pfister, Inhaber der Pfister Haustechnik AG in Oftringen AG, berichtet in der «Aargauer Zeitung»: «Wir erhalten dreimal so viele Anfragen für fossile Heizungen. Im Büro kommen wir fast nicht hinterher.»
Baubehörde entscheidet über tatsächliche Installation
Ähnliches berichtet Fabian Käufeler als Mitinhaber der Käufeler AG in Wettingen AG und Präsident der Gebäudetechnik-Genossenschaft suissetec Aargau.
«Letztes Jahr konnte ich die Aufträge für Ölheizungen noch an einer Hand abzählen», sagt Käufeler in der «Aargauer Zeitung». Nun seien es schon seit Anfang Jahr viel mehr.
Langfristig sieht er die Entwicklung jedoch abseits fossiler Systeme. Während 2020 noch 40 Prozent der Verkaufszahlen aus fossilen Heizungen entsprangen, waren es 2023 schweizweit nur noch zwölf Prozent.
Die Öl- und Gasheizungen müssen jeweils bei der lokalen Baubehörde angemeldet werden. Dort wird das Anliegen geprüft und entschieden, ob die Anlage schlussendlich installiert werden darf.