Kurs von Bitcoin unter 90'000 Dollar nach Bybit-Hackerangriff
Der Kurs von Bitcoin fällt unter die 90'000-Dollar-Marke, nachdem ein massiver Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit den Markt erschüttert hat.

Der Bitcoin-Kurs erlebte in den letzten Tagen einen deutlichen Einbruch und fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 90'000 US-Dollar.
Wie «Finanzen.ch» berichtet, notierte der Kurs am Dienstag zeitweise bei 88'111 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mitte November 2024. Umgerechnet sind dies knapp 79'095 Franken.
Rund 130 Millionen Dollar entwendet
Auslöser für den Kurssturz war ein Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit. Laut «Klamm.de» bestätigte Bybit am Montagabend, dass Angreifer rund 130 Millionen Dollar von Kundenkonten entwendet haben.
Die Börse reagierte umgehend und fror betroffene Wallets ein. Der Bybit-Hack sorgte für erhebliche Verunsicherung am Kryptomarkt.
Marktverunsicherung durch Bybit-Hack
Caroline Mauron, Mitbegründerin des Liquiditätsanbieters Orbit Markets, erklärte gegenüber «Klamm.de»: «Der Bybit-Hack war das jüngste in einer Reihe von Ereignissen, die bei Krypto-Marktteilnehmern ungute Erinnerungen wecken.»
Die Expertin verwies auf vergangene Skandale wie den Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022.
Dieser habe den Markt damals in eine tiefe Krise gestürzt hatte. Der aktuelle Vorfall bei Bybit weckt offenbar ähnliche Befürchtungen bei Anlegern.
Weitere Faktoren beeinflussen Kurs von Bitcoin
Neben dem Bybit-Hack gibt es weitere Faktoren, die Bitcoin belasten. Wie «Finanzen.ch» berichtet, spielt auch die Politik des US-Präsidenten Donald Trump eine Rolle.
Einerseits profitierte Bitcoin bis Mitte Januar von der Aussicht auf ein regulierungsfreundliches Umfeld unter Trump. Andererseits geht seine protektionistische Politik zulasten des Risikoappetits der Anleger.

Marktanalyst Timo Emden von Emden Research fasst die Situation zusammen: «Für Anleger bleibt Donald Trump Fluch und Segen zugleich.»
Während Investoren auf ein kryptofreundliches Marktumfeld und die Einführung strategischer Bitcoin-Reserven setzen, belastet die unsichere Gesamtlage den Kurs.
Experten bleiben langfristig optimistisch
Trotz des aktuellen Kursrückgangs bleiben einige Analysten für die langfristige Entwicklung von Bitcoin optimistisch. Laut «Libertex.com» erwarten die Experten von DigitalCoinPrice für das erste Quartal 2025 ein Hoch von 200'827 USD.
Das Tief soll bei 81'989 USD erreicht sein. Für das Gesamtjahr 2025 prognostizieren die Analysten sogar einen möglichen Anstieg auf 259'236 USD bis Ende Dezember.
Diese Prognosen zeigen, dass viele Experten trotz kurzfristiger Rückschläge weiterhin Potenzial in der Kryptowährung sehen.
Sicherheitsbedenken bei zentralisierten Börsen
Der Bybit-Hack wirft erneut Fragen zur Sicherheit zentralisierter Kryptobörsen auf. Wie «Cointelegraph» berichtet, handelt es sich bei dem Angriff um den bisher grössten in der Geschichte der Kryptobranche.
Mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar an verschiedenen Kryptowährungen wurden entwendet. Lucien Bourdon, Analyst bei Trezor, betonte gegenüber «Cointelegraph»: «Dieser Vorfall ist eine weitere deutliche Erinnerung daran, dass selbst die stärksten Sicherheitsmassnahmen durch menschliches Versagen nutzlos gemacht werden können.»
Der Angriff erfolgte offenbar durch ausgeklügelte Social-Engineering-Techniken. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit verbesserter Sicherheitsmassnahmen im Kryptobereich und könnte das Vertrauen der Anleger in zentralisierte Börsen weiter erschüttern.