Stadtzürcher Parlament will keine Sitzung im alten Rathaus
Das Zürcher Stadtparlament hat die Rückkehr ins alte Rathaus für die konstituierende Sitzung im Mai mit 62 zu 56 Stimmen abgelehnt.
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Das Stadtzürcher Parlament hat die Rückkehr ins alte Rathaus für eine Sitzung abgelehnt. Die Geschäftsleitung wollte die konstituierende Sitzung im Mai an der Limmat abhalten. Der Gemeinderat lehnte die Verlegung mit 62 zu 56 Stimmen ab.
Die AL wehrte sich mit einem Beschlussantrag gegen die einmalige Verlegung. David Garcia Nuñez sagte am Mittwoch, es gehe seiner Partei um den hohen Aufwand und Kostentransparenz. Er mutmasste, dass es dem derzeit 1. Vizepräsidenten Christian Huser (FDP) darum gehe, an einem Ort gewählt zu werden, an dem seine Partei jahrelang dominiert habe.
Kosten und Sicherheitsbedenken als Hauptargumente
Für die Sitzung würden tausende Franken nötig, etwa um den historischen Ratssaal nachzurüsten, heisst es im Beschlussantrag der AL. Auch die Miete könne dazukommen. Die konstituierende Sitzung, an der das Präsidium gewählt wird, dauert jeweils nur gut 90 Minuten.
Michael Schmid (FDP) nannte den Antrag «bünzlig». Viele Ratsmitglieder seien noch nie im alten Saal gewesen. Diese könnten so «echte Rathausluft» schnuppern. Es liege zudem in der Kompetenz der Geschäftsleitung, den Ort der Sitzung festzulegen. Bernhard im Oberdorf (SVP) freute sich auf einen würdevollen Anlass. Sollte die Technik versagen, ginge es auch ohne, meinte er.
Neues Rathaus als bevorzugter Standort
Urs Riklin (Grüne) brachte Sicherheitsbedenken ein. So gebe es keinen Fluchtweg aus dem alten Saal. Auch die SP zeigte sich kritisch. Marcel Tobler nannte die Verlegung unverhältnismässig.
Der Gemeinderat scheint mit dem neuen Rathaus im Kreis 4 zufrieden zu sein. Im November 2024 stimmte er knapp einem Vorstoss zu, der gar den Kauf des Gebäudes, der Bullingerkirche, forderte. Das historische Rathaus an der Limmat aus dem 17. Jahrhundert soll eigentlich saniert werden, der Umbau ist derzeit aber blockiert.