Wie Red Bull die bisherigen Verstappen-Teamkollegen verheizte
Gerade einmal zwei Rennen durfte Liam Lawson für Red Bull bestreiten, nun wird er durch Yuki Tsunoda ersetzt. Eine riskante Angelegenheit für den Japaner.

Das Wichtigste in Kürze
- Red Bull ersetzt Liam Lawson nach zwei Rennwochenenden durch Yuki Tsunoda.
- Der Japaner ist der siebte Teamkollege von Max Verstappen in der Formel 1.
- Ab der ersten Runde wird auf Tsunoda ein enormer Druck lasten.
Auf dem Weg zu bislang vier Weltmeistertiteln hat Max Verstappen seine gesamte Formel-1-Karriere bei Red Bull verbracht. 2015 debütierte der Holländer für das B-Team Toro Rosso neben Carlos Sainz. Ein Jahr später folgte die Beförderung zu Red Bull mit dem Premieren-Sieg im ersten Rennen. Der Rest ist, wie man sagt, Geschichte.
Fussnoten in dieser Geschichte sind die Teamkollegen, die in dem Jahrzehnt seither fast alle an Verstappen zerschellt sind. Einzig Daniel Ricciardo konnte dem Holländer im Premieren-Jahr 2016 Paroli bieten. Über die drei gemeinsamen Jahre gesehen hatte Verstappen aber die Nase vorne.
Red Bull hat wenig Geduld mit seinen Fahrern
Mit dem Abgang des Australiers von Red Bull zu Renault begann ein beispielloses Stühlerücken neben dem Holländer. Ricciardos direkter Nachfolger Pierre Gasly erlebte ein enttäuschendes erstes Halbjahr 2019. Nach zwölf Rennen, in denen der Franzose kein Land sah, wurde er zum B-Team degradiert.
Sein Nachfolger Alex Albon stieg im Gegenzug von Toro Rosso zur A-Mannschaft auf. Der Thailänder stand in anderthalb Jahren zumindest zweimal auf dem Podest. Mit Verstappen konnte aber auch Albon nie wirklich mithalten. Ende der Saison 2020 wurde Albon zum Reserve-Fahrer degradiert.
Sergio Perez als Notlösung von aussen
An seiner Stelle holte Red Bull den damals vertragslosen Sergio Perez an Bord. Der routinierte Mexikaner glänzte in Verstappens erbarmungslosem Titelkampf gegen Lewis Hamilton als «Verteidigungsminister». Sowohl beim Türkei-GP als auch beim Saisonfinal in Abu Dhabi hielt Perez den Rekord-Weltmeister entscheidend auf.

Die Saison 2021 beendete der Mexikaner als WM-Vierter, im Folgejahr als WM-Dritter und 2023 als Vizeweltmeister. Aber die Lücke zu Verstappen wurde deutlicher und deutlicher. Und als Red Bull 2024 von der Konkurrenz eingeholt wurde, war Perez plötzlich chancenlos. Vier Podestplätze, kein Sieg, keine Pole, WM-Rang acht – und der Rauswurf war die Folge.
Rätselhafte Entscheidungen um Liam Lawson
Als Nachfolger für Perez entschied sich Red Bull für Liam Lawson. Der Neuseeländer hatte vor dem Saisonbeginn nur elf Grand-Prix-Starts auf dem Konto. Trotzdem schenkte man Lawson das Vertrauen – aber nur kurz: Ein desaströster Auftakt in Australien und eine weitere Enttäuschung in China sind bereits zu viel.

Stattdessen soll sich nun – endlich, möchte man meinen – Yuki Tsunoda beweisen. Der Japaner galt schon seit 2023 als möglicher Perez-Nachfolger, die Entscheidung pro Lawson war für viele unverständlich. Umso schwerer nachvollziehbar ist nun der Blitz-Rauswurf des Neuseeländers zugunsten von Tsunoda. Und was, wenn auch er nicht überzeugt?