Djokovic in Wimbledon über Becker: «Ich helfe, wo ich kann!»
In Wimbledon kann Novak Djokovic auf Becker-Angehörige in seiner Box zählen. Der Serbe sagt zur Situation seines Ex-Coaches: «Es bricht mir das Herz.»

Das Wichtigste in Kürze
- Der älteste Sohn und die Freundin von Boris Becker gehören in Wimbledon zur Djokovic-Box.
- Der Serbe erklärt, er wolle «Bobele» und seine Angehörigen unterstützen, wo es nur geht.
- Der Ex-Schützling von Becker sagt: «Jeder, der Boris liebt, ist traurig.»
Bei den ersten beiden Wimbledon-Runden von Novak Djokovic tauchen in seiner Box überraschende Gesichter auf. Die Freundin und der älteste Sohn von Boris Becker sitzen bei den Vertrauten des Serben.
Dieser hat Lilian de Carvalho Monteiro und Noah Becker ausdrücklich eingeladen. Der «Djoker» erklärt: «Ich versuche, die Menschen um ihn herum zu unterstützen, weil ich Boris wirklich als Familienmitglied ansehe. Er ist jemand, den ich schätze, respektiere und gern habe.»
Djokovic mit Ex-Coach «in engem Kontakt geblieben»
Becker hatte Djokovic drei erfolgreiche Jahre lang trainiert. Seither prägt die beiden eine Freundschaft, die der 35-jährige Titelverteidiger mit seiner Geste in Wimbledon untermauert. Er sagt: «Wir sind immer in engem Kontakt geblieben.»

Auch nach der gegen Boris Becker ausgesprochenen Gefängnisstrafe will Djokovic seinen Ex-Coach unterstützen. «Bobele» dürfte seinem Ex-Schützling beim lockeren Zweitrunden-Sieg gegen den Australier Thanasi Kokkinakis derweil die Daumen gedrückt haben.
Djokovic über Becker-Situation: «Bricht mir das Herz»
Nach Spielschluss berichtet der Serbe, dass Noah und dessen jüngerer Bruder Elias ihren Vater zeitnah im Gefängnis besuchen würden. «Es bricht mir das Herz, zu sehen, was mit ihm geschieht. Ich kann mir nur vorstellen, wie schwer das für seine Familienmitglieder ist», sagt Djokovic.

Der Serbe ergänzt: «Er weiss und sie wissen, dass sie sich immer auf mich verlassen können, wenn es um Unterstützung geht.» Er helfe, wo er könne. «Jeder, der Boris liebt, ist traurig.»
Becker war Ende April am Londoner Southwark Crown Court zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Hälfte davon wird voraussichtlich auf Bewährung ausgesetzt. Er hatte seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen.

Becker sitzt mittlerweile im Huntercombe-Gefängnis in Nuffield, rund 70 Kilometer westlich seiner Wahlheimat London. Mit John McEnroe hatte zuletzt bereits ein anderes Gesicht des Tennis seine Trauer über die Becker-Situation zum Ausdruck gebracht. Die US-Legende hatte ausserdem angekündigt, den Deutschen im Gefängnis besuchen zu wollen.