Weiterbildung: So werden Sie Dozent an einer Fortbildungsschule
Möchten Sie Ihr Fachwissen an die nächste Generation weitergeben? Dann können Sie sich selbst für einen Lehrberuf durch eine Weiterbildung schulen lassen.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz gibt es rund 3000 verschiedene Weiterbildungsstätten.
- Viele Dozentinnen und Dozenten sind nebenberuflich in der Weiterbildung tätig.
Sie haben im Laufe Ihres Berufslebens schon einiges erreicht, Fachwissen und ganz viel Erfahrung gesammelt. Nun möchten Sie etwas an die nächste Generation weitergeben. Warum also nicht selbst als Dozentin oder Dozent an einer Weiterbildungsschule arbeiten? Dieser Weg steht Ihnen je nach Fachrichtung auch ohne Studium offen.
Hohe Nachfrage nach Fachkräften in der Weiterbildung
Die Weiterbildung ist in der Schweiz ein Milliardenmarkt. Laut einer Statistik des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung hat sich die Nachfrage seit dem pandemiebedingten Einbruch weitestgehend erholt. Die meisten Bildungseinrichtungen gehen von einem wachsenden Angebot aus.
Da der Personalbestand in den letzten Jahren stabil geblieben ist, bedeutet dies, dass neue Dozentinnen und Dozenten gesucht werden. Hier bieten sich entsprechende Chancen für qualifizierte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger.

Das Beste? Sie können dabei selbst entscheiden, ob Sie voll- oder nebenberuflich tätig sein wollen. Eine nebenberufliche Tätigkeit bietet die Möglichkeit, unkompliziert etwas nebenbei zu verdienen. Ausserdem können Sie so erst einmal ausloten, ob Ihnen die Arbeit als Dozentin oder Dozent überhaupt Spass macht.
Die eigene Eignung überprüfen
Im Bereich Weiterbildung für Erwachsene zu arbeiten, ist allgemein weniger anstrengend als der klassische Lehrerberuf in der Schule. Die meisten erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind freiwillig dabei und wirklich am Lernen interessiert.
Dies sorgt für eine positive Atmosphäre. Sie müssen jedoch trotzdem viel Geduld und Verständnis für Ihre Schützlinge aufbringen.

Eine Weiterbildung in Didaktik ist dabei unverzichtbar. Ausserdem sollten Sie sich pädagogische Kenntnisse aneignen, um auf menschlicher Ebene besser mit Ihren Schülerinnen und Schülern umgehen zu können. Sie müssen sie motivieren können, wenn sie mal schlecht gelaunt sind. Und natürlich unterstützen, wenn sie von Versagens- oder Prüfungsangst geplagt sind.
Fragen Sie am Arbeitsplatz nach
Werden Sie häufig von Kolleginnen und Kollegen um Hilfe gebeten, weil Sie Sachverhalte gut und leicht verständlich erklären können? Dann werden Sie dies auch in einer Weiterbildung gut können. Überlegen Sie auch, wie gut Sie sich aktuell am Arbeitsplatz organisieren können und ob Sie immer offen für Neues sind.

Ein letzter Aspekt: Weiterbildung erfolgt heute immer häufiger in hybrider Form oder als «Blended Learning». Mal unterrichten Sie direkt vor Ihrer Klasse in einem Klassenzimmer, mal online vor dem Computer. Sind Sie mit moderner Technik gut vertraut und immer offen für Neuerungen oder schreckt Sie dies eher ab? Auch darüber sollten Sie nachdenken, ehe Sie eine Tätigkeit in der Weiterbildung anpeilen.
Der Weg in den Dozentenberuf
Der Anteil an Festangestellten und Mandatierten (Freiberuflern) hält sich in etwa die Waage. Wenn Sie als Mandatierte oder Mandatierter anfangen wollen, können Sie an verschiedenen privaten Bildungsinstituten entsprechende Kurse belegen.
In der Regel fangen Sie mit einem «Einstieg in die Erwachsenenbildung» an und können darauf aufbauen. Wollen Sie Ihre (zweite) Muttersprache an andere vermitteln, können Sie spezielle Kurse für zukünftige Sprachlehrende belegen.

Im ersten Schritt können Sie dann das SVEB-Zertifikat für Ausbilder erwerben. Dieses bescheinigt Ihnen eine Grundausbildung im Bereich Erwachsenenbildung. Möchten Sie dauerhaft und idealerweise festangestellt in der Weiterbildung arbeiten, sollten Sie den entsprechenden eidgenössischen Fachausweis erwerben. Diese Kurse bauen auf der Grundausbildung auf.
Ebenfalls wichtig: Praxiserfahrung im Unterrichten sammeln! Vielleicht können Sie an einer Weiterbildungseinrichtung hospitieren oder in Ihrem Unternehmen Seminare leiten. Haben Sie ein Hobby, das Sie lieben?
Organisieren Sie einen privaten Kurs, in dem Sie Ihr Wissen an Interessierte in Ihrem Wohnort weitergeben. Auch so finden Sie heraus, ob Ihnen das Unterrichten Spass macht.