Teufel peitschen in El Salvador vermeintliche Sünder aus
Eine jahrhundertealte Tradition zum Auftakt der Karwoche zog in El Salvador zahlreiche Schaulustige an. Verkleidete Teufel verteilten Peitschenhiebe.
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Das Wichtigste in Kürze
- In El Salvador gibt es ein kurioses Ritual zum Auftakt der Karwoche.
- Als Teufel verkleidete Männer peitschen dabei vermeintliche Sünder aus.
- Schaulustige reisten bis zu 100 Kilometer für das Ereignis.
In El Salvador haben wieder als Teufel verkleidete Männer «Sünder» ausgepeitscht. Die jahrhundertealte Tradition zum Auftakt der Karwoche zog in der Stadt Texistepeque am Montag zahlreiche Schaulustige an.
Während sich viele Menschen in umliegenden Geschäften in Sicherheit brachten, blieben andere Gläubige ganz ruhig auf dem Platz stehen. Lächelnd liessen sie die Peitschenhiebe über sich ergehen.
#DePaís #SantaAna| Así quitan los pecados los Talcigüines de Texistepeque en #SantaAnaNorte @elsalvador. pic.twitter.com/V8NA2syrd8
— Occidente_ES | Diario El Salvador (@OccidenteEs) March 25, 2024
«Es war ein einzigartiges Erlebnis», sagte der 40-jährige Carlos Ochoa, der für die Auspeitschung fast 100 Kilometer zurückgelegt hatte. Es sei sehr aufregend, «an diesem grossartigen Ereignis teilgenommen und alle meine Sünden gesühnt zu haben». Den als Teufel verkleideten Kevin Salguero fasziniert vor allem die «Botschaft, dass das Gute immer über das Böse siegen wird».
«Lassen Tradition nicht sterben»
Die Tradition, die die Versuchungen Jesu in der Wüste thematisiert, geht auf die spanische Kolonialzeit zurück. Damals wurden den Indigenen biblische Geschichten bildlich dargestellt.
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«Wir lassen diese Tradition nicht sterben», sagte der 24-jährige Mauricio Avalos, der seit fünf Jahren einen der Teufel spielt.
Die Plätze sind begehrt und werden meist nur neu vergeben, wenn ein Teilnehmer stirbt oder wegzieht. Frauen können nicht teilnehmen. Die Auspeitschung endet mit der Ankunft von Jesus – in diesem Jahr gespielt von dem 23-jährigen Fussballspieler Elmer Sandoval.