Asteroid 2024 YR4: Einschlagwahrscheinlichkeit sinkt drastisch
Neue Beobachtungen zeigen, dass der Asteroid 2024 YR4 keine ernsthafte Bedrohung darstellt. Experten erklären die extremen Schwankungen der Berechnungen.
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Die Einschlagwahrscheinlichkeit des Asteroiden 2024 YR4 auf der Erde hat sich in den letzten Tagen dramatisch verändert. Die Werte waren Mitte Februar sprunghaft auf über 3 Prozent angestiegen.
Nun geben die US-Raumfahrtbehörde Nasa und die europäische Weltraumorganisation ESA Entwarnung. Darüber berichtet die «Frankfurter Rundschau».
Drastischer Rückgang der Einschlagwahrscheinlichkeit
Die Nasa geht nur noch von einer 1,5-prozentigen Chance eines Asteroideneinschlags aus, bei der ESA sind es 1,4 Prozent. Das berichteten beide Behörden am 20. Februar.
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Nur wenige Tage später, am 25. Februar, sank der Wert bei beiden Organisationen sogar auf 0,001 Prozent.
Diese extremen Schwankungen werfen Fragen auf: Wie können sich die Berechnungen so schnell und drastisch ändern?
Gründe für die Schwankungen
Zwei Hauptfaktoren beeinflussen die Berechnungen: die Art der Berechnung und der Einfluss des Vollmonds. Die Nasa erläutert dazu:
«Erdgebundene Teleskope benötigen einen dunklen Himmel, um Asteroiden zu beobachten, die oft sehr schwach sind. Um die Zeit des Vollmonds herum wird der Himmel zu hell, um diese schwachen Lichtpunkte zu entdecken.»
Einfluss neuer Beobachtungsdaten
Mit zunehmender Dunkelheit des Nachthimmels nach dem Vollmond konnten mehr Beobachtungen durchgeführt werden. Diese neuen Daten führten zunächst zu einem sprunghaften Anstieg der Einschlagwahrscheinlichkeit.
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«Während wir die genaue Position von 2024 YR4 am 22. Dezember 2032 eingrenzen, füllt die Erde einen grösseren Teil unserer schrumpfenden Unsicherheitsregion aus.»
Das erläutert die ESA. Dies erklärt, warum die Wahrscheinlichkeit zunächst anstieg, bevor sie rapide abnahm.
Experteneinschätzung zur Berechnung
Richard Binzel, Erfinder der Turiner Skala zur Bewertung von Asteroidengefahren, veranschaulicht den Prozess:
«Wenn die Nudel schrumpft, aber immer noch die Erde einschliesst, kann das die berechnete Wahrscheinlichkeit erhöhen.»
Mit mehr Daten lässt sich die Position des Asteroiden genauer bestimmen, was letztendlich zur Entwarnung führte.
Asteroid 2024 YR4: Ausblick und weitere Beobachtungen
In den kommenden Wochen wird der Asteroid für irdische Teleskope unsichtbar. Das «James Webb»-Weltraumteleskop soll zum Einsatz kommen, um mehr über Grösse und Umlaufbahn des Asteroiden herauszufinden.
Erst Ende 2028 nähert sich Asteroid 2024 YR4 wieder der Erde und kann erneut beobachtet werden.