An Schweizer Schule: 17-Jährige stiftet Freund zu Bombendrohung an
Erneut ist es an einer Schweizer Schule zu einer falschen Bombendrohung gekommen. Laut der Polizei hat eine 17-jährige ihren Kollegen dazu angestiftet.

Das Wichtigste in Kürze
- In Pully VD wurde vor einer Woche das Gymnasium wegen einer Bombendrohung evakuiert.
- Laut der Polizei wurden die Urheber der Drohung mittlerweile ausfindig gemacht.
- Ein 18-Jähriger soll diese auf Anordnung einer 17-jährigen Schülerin geschickt haben.
- In den letzten Wochen und Monaten häufen sich in der Schweiz Drohungen gegen Schulen.
Eine Lehrerin des Gymnasiums Chamblandes in Pully VD erhielt letzten Mittwoch gegen 7.30 Uhr eine Bombendrohung auf ihrem Smartphone. Darin wurde erwähnt, dass sich gleich mehrere Sprengladungen im Schulhaus befinden würden.
In der Folge gab es einen Grosseinsatz mit ungefähr 20 beteiligten Personen. Nachdem Einsatzkräfte der Lausanner Polizei das Gebäude am Genfersee evakuieren liess, fanden Sprengstoffexperten jedoch keinen Sprengstoff. Der Spuk war am frühen Nachmittag vorbei.
Wie das «Tagblatt» berichtet, hat die Polizei mittlerweile die Urheber der Drohung ausfindig gemacht. Es handelt sich demnach um einen 18-jährigen Spanier aus Lausanne. Er soll den Bombenalarm im Auftrag einer 17-jährigen Freundin – sie besucht das betroffene Gymnasium – abgesetzt haben.
Laut dem Bericht haben die beiden ihre Tat bei den Polizeieinvernahmen zugegeben. Dem 18-Jährigen könnten bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe drohen.
Die Gymnasiastin unterliegt dem Jugendstrafrecht und muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Zudem hat die Schule ein Ausschlussverfahren gegen sie eingeleitet. Das Motiv der Drohung bleibt unklar.
11-Jähriger wurde von Tiktok-Video zu Amokdrohung animiert
In den letzten Wochen und Monaten haben sich in der Schweiz Drohungen bei Schulen gehäuft. Das könnte auch mit einem gefährlichen Tiktok-Trend zu tun haben: Jugendliche brüsten sich dort mit Amokdrohungen und hoffen auf Likes.
So kam es im letzten November im Kanton Aargau beispielsweise innert einer Woche zu drei Amokdrohungen. In Suhr, Bremgarten und Lenzburg. Zumindest in letzterer Gemeinde gab ein 11-jähriger Schüler zu, ein Video auf Tiktok habe ihn zur Tat animiert.
Nicht immer werden die Urheber der Drohungen jedoch erwischt. Anfang Februar kam es etwa zu einem Grosseinsatz und Evakuierung von zwei Schulhäusern an der Wirtschaftsschule in Chur.
Zuvor war an einem Nachmittag per E-Mail eine Bombendrohung eingegangen. Die Polizei gab um 20.45 Uhr Entwarnung – die Polizei ermittelt nach wie vor zur Täterschaft.
Drohungen in Basel hatten mit Social-Media-Challenge zu tun
Auch die Täter, die vor zwei Wochen mit einer Bombenexplosion im Rosentalschulhaus in Basel drohten, sind noch nicht identifiziert. Die Kantonspolizei Basel-Stadt hatte ausserdem bereits vor Weihnachten mit einer Serie von Drohungen zu kämpfen.
Mitte Dezember wurde bekannt, dass es in den vergangenen Wochen fünf solcher Drohungen gab. In allen Fällen vermuteten die Ermittler einen Zusammenhang mit einer Challenge in sozialen Medien.
In einem Fall konnte ein Verdächtiger identifiziert werden. Er gab an, es habe sich lediglich um einen Scherz gehandelt.