Als Russlands Präsident sitzt auch Putin am Tisch der G20. Ob die EU und G7-Staaten den Anlass boykottieren, lässt EU-Ratspräsident Charles Michel offen.
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Emmanuel Macron und Wladimir Putin bei einem Treffen anlässlich des G20 Gipfels. - keystone

Muss die EU den nächsten G20-Gipfel boykottieren, wenn Russlands Präsident Wladimir Putin daran teilnimmt? Auf diese Frage gibt es nach Einschätzung von EU-Ratspräsident Charles Michel keine einfache Antwort. «Die erste Reaktion von uns allen ist der Gedanke, dass es natürlich schwierig sein wird, mit ihm an einem Tisch zu sitzen», sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Sonntag am Rande des G7-Gipfels in Elmau. Andererseits unterstütze man den Ansatz der internationalen Zusammenarbeit, und es stelle sich die Frage, ob man die wichtige Gruppe der 20 (G20) «killen» sollte.

Er hoffe, dass es einen gemeinsamen Ansatz beim Umgang mit dem Thema geben werde, fügte Michel hinzu und liess erkennen, dass er kein Verfechter eines Boykotts ist.

Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass gemeinsam mit der derzeitigen indonesischen G20-Präsidentschaft eine Gipfel-Choreographie sichergestellt werde, die eine klare Verurteilung von Russlands Krieg gegen die Ukraine ermögliche.

Die G20 ist seit 2009 das zentrale Forum für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Im Gegensatz zur Gruppe der Sieben sind in ihr nicht nur die führenden westlichen Industrienationen, sondern auch andere Industrie- und Schwellenländer wie China, Indien, Russland und Brasilien vertreten. Der nächste G20-Gipfel soll vom 15. bis zum 16. November auf der indonesischen Insel Bali organisiert werden.

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