Gesundheit Aargau: Fünf Tipps für einen besseren Schlaf
Schlafstörungen haben sich in der Schweiz zu einer Volkskrankheit entwickelt. Mit diesen Tipps gelingt es Ihnen, wieder zu gutem Schlaf zu finden.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer sind von Schlafstörungen betroffen.
- Der moderne Lebensstil ist einer der Hauptgründe für Schlafprobleme.
Wieder schlecht geschlafen? Damit sind Sie nicht allein. Gemäss neuen Zahlen des BFS leidet ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer regelmässig unter Schlafstörungen. Besonders stark ist die Zunahme bei jungen Frauen: Hier hat sich der Anteil zwischen 1997 und 2022 sogar verdreifacht.
Abschalten vor dem Schlafen
Der Anstieg der Schlafstörungen gerade bei jungen Frauen fällt nicht zufällig mit dem Aufstieg der sozialen Medien zusammen. Studien, wie die vom Universitätsklinikum des Saarlands belegen die Zusammenhänge zwischen häufiger Nutzung von Social Media und schlechtem Schlaf. Die betrachteten Inhalte regen auf oder verstören und das blaue Licht des Bildschirms verhindert die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.
Darum gilt: Spätestens eine Stunde vor dem Schlafengehen das Smartphone weglegen und den Laptop schliessen. Besser ist es, im Bett ganz klassisch zu einem guten Buch zu greifen. Auch eine positive Fernsehserie oder Doku kann beim Abschalten helfen.
Eine ruhige Schlafumgebung
Mit ruhig ist dabei nicht nur die Lautstärke gemeint, aber Stille hilft natürlich ungemein. Wenn Sie an einer stark befahrenen Strasse wohnen, helfen lärmschluckende Vorhänge und schallisolierte Fenster. Gegen laute Nachbarn helfen dagegen leider nur Ohrstöpsel und die Bitte um Rücksicht.

Das Schlafzimmer sollte aber auch auf andere Arten Ruhe ausstrahlen: Es sollte nicht mit Möbeln und Deko vollgestopft sein und Kleidung räumen Sie am besten jeden Abend gleich weg. Wählen Sie sanfte Farben für die Wände und die Bettwäsche. Auch ein stimmungsvolles Bild, zum Beispiel von einem Sonnenuntergang in den Bergen, hilft dabei, zur Ruhe zu kommen.
Sport treiben, um müde zu werden
Nach einem Arbeitstag fühlen Sie sich möglicherweise zu erschöpft für Sport. Dem Körper bekommt das lange Sitzen – das dann auf der Couch weitergeht – jedoch gar nicht. Echte körperliche Aktivität wirkt dagegen schlaffördernd. Wichtig dabei: Nicht zu spät Sport treiben, damit der Körper vor dem Schlafengehen zur Ruhe kommt.

Ideal ist die Zeit direkt nach der Arbeit bis zum Abendessen. Wer keine Lust hat, ins Fitnessstudio zu gehen oder zu joggen, kann mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
Auch ein Fitnessgerät zu Hause kann sinnvoll sein. Ein Hometrainer oder ein Trampolin. Oder einfach Ihre Lieblingsmusik, zu der Sie eine Viertelstunde lang selbstvergessen tanzen.
Kein Alkohol am späteren Abend
Viele Menschen trinken abends gerne ein Glas Wein oder Bier, weil es müde macht. Tatsächlich helfen alkoholische Getränke zunächst beim Einschlafen. Sie führen jedoch dazu, dass man schlechter schläft und häufiger aufwacht. Vor allem die zweite Nachthälfte ist dann von Schlafstörungen geprägt.

Höherer Alkohol kann ausserdem das Schnarchen begünstigen und sogar Schlafapnoe auslösen. Dabei setzt der Atem immer wieder kurz aus. Der Körper reagiert mit Stress und man fühlt sich am Morgen nicht ausgeruht und buchstäblich wie gerädert.
Feste Schlafenszeiten und Rituale
Der Körper liebt Routine. Versuchen Sie, möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. So gewöhnt sich der Körper schnell an diese Zeiten.
Das gilt übrigens auch für das Wochenende: Eine Stunde länger schlafen ist kein Problem, aber vermeiden Sie es, bis mittags im Bett zu bleiben. Das bringt den Rhythmus nur durcheinander.

Kleine Rituale helfen zusätzlich: Eine Tasse Tee vor dem Schlafengehen (aber ohne Koffein!) oder bestimmte sanfte Musik hören. Nehmen Sie sich eine Viertelstunde Zeit für eine kurze Meditation, um zur Ruhe zu kommen oder schreiben Sie Tagebuch. Versuchen Sie sich dabei auf positive Dinge zu konzentrieren, damit Sie mit einem positiven Gefühl ins Bett gehen.