Vorsorge Oberland: Wenn die Rente nicht reicht
Trotz sorgfältiger Vorsorge kann es vorkommen, dass die Renteneinkünfte nicht reichen. Dann sollten Sie überlegen, wie und wo Sie sich am besten einschränken.

Das Wichtigste in Kürze
- Der erste Schritt ist immer, sich einen Überblick zu verschaffen.
- Ein Nebenverdienst kann eine gute Alternative zu Einschränkungen sein.
Selbst wenn Sie Ihre Vorsorge gründlich planen, kann es vorkommen, dass die Rente nicht reicht. Tun sich Lücken auf, gilt es, einmal alle Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen.
Einkünfte und Ausgaben berechnen
Die Einkünfte aus den beiden ersten Säulen AHV und Pensionskasse betragen etwa 60 Prozent des vorherigen Einkommens. Mithilfe der dritten Säule kann die Rente auf etwa 80 Prozent erhöht werden, nachzulesen auch auf der Informationsstelle der AHV/IV.
Viele Menschen denken, dass dies auch reicht. Da nach dem Ende der Erwerbstätigkeit Kosten wie die tägliche Fahrt zur Arbeit und das Essen in der Kantine wegfallen. Sie unterschätzen dabei häufig, dass die neue Freizeit zu neuen Aktivitäten führt. Besuche bei Kindern und Freunden, Ausflugsfahrten und Urlaube führen zu neuen Kosten.

Wenn Sie merken, dass die monatlichen Ausgaben die Einkünfte übersteigen, sollten Sie als Erstes eine Aufstellung aller Posten vornehmen. Dies tun Sie in zwei Schritten.
Vorsorge: Buchhaltung und Haushaltsbuch
Im ersten Schritt gehen Sie buchhalterisch vor. Nehmen Sie die Kontoauszüge der letzten sechs oder zwölf Monate zur Hand. Tragen Sie alle Ausgaben in eine Tabelle ein. Manche Posten müssen Sie weiter aufschlüsseln.
Heben Sie zum Beispiel dreimal pro Monat 100 Franken am Bankomat ab, schreiben Sie auf, wofür Sie dieses Geld ausgeben. Da es Ihnen vermutlich schwerfällt, sich im Nachhinein an alle Einkäufe zu erinnern, führen Sie Buch über diese Ausgaben.

Auch Posten, die nur ein einziges Mal im Kontoauszug stehen, wie die monatliche Kreditkartenabrechnung, müssen Sie weiter aufschlüsseln. Nur so können Sie sich ein Bild von Ihrem Ausgabeverhalten machen.
Altlasten verursachen überflüssige Kosten in der Vorsorge
Haben Sie sich einen Überblick über alle Ausgaben gemacht, stellen Sie diese auf den Prüfstand. Achten Sie dabei beispielsweise auf Abonnements, die seit vielen Jahren aus Gewohnheit laufen. Brauchen Sie die Fernsehzeitschrift überhaupt noch oder die Mitgliedschaft im Fitnessstudio, das Sie vor fünf Jahren zuletzt besucht haben?

Bei manchen Posten wie Versicherungen oder dem Internetanschluss lassen sich die Kosten oft senken. Schauen Sie sich nach günstigeren Tarifen und anderen Anbietern um. Ihre Versicherung wird Ihnen manchmal auch auf Anfrage günstigere Tarife anbieten, damit sie Sie nicht verliert.
Reichen diese Kostensenkungen noch nicht, überlegen Sie, wo Sie sparen können. Reisen Sie beispielsweise oft? Schrauben Sie diese Ausgaben zurück.
Tipp: Nebenverdienst statt Einsparungen für eine bessere Vorsorge
Finden Sie kein weiteres Einsparpotenzial oder möchten nicht auf Annehmlichkeiten wie Reisen und Restaurantbesuche verzichten? Schauen Sie sich nach einem kleinen Nebenjob um. In einigen Fällen kann dies sogar doppelt nützlich sein.

Lieben Sie zum Beispiel das Theater, bewerben Sie sich um eine Stelle als Platzanweiser. Sie bessern Ihre Haushaltskasse auf und kommen in den Genuss vieler kostenloser Theatervorstellungen.