Alliance F sagt Nein zu Verhüllungsverbot-Initiative
Der Frauendachverband Alliance F lehnt die Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot» ab und stellt sich hinter den Gegenvorschlag zur Initiative.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Frauendachverband «Alliance F» lehnt die Verhüllungsverbot-Initiative ab.
- Die populistische Initiative stelle eine Bevormundung von Frauen dar.
Wer die Selbstbestimmung und Rechte der Frauen in patriarchalen Strukturen stärken wolle, solle sich für eine konsequente Gleichstellungs- und Integrationspolitik einsetzen, heisst es in einer Mitteilung von Alliance F vom Montag.
Wem Gleichstellung und Frauenrechte ein echtes Anliegen seien, der engagiere sich für mehr Frauenhäuser, für Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern, gegen häusliche Gewalt und Sexismus oder für familienergänzende Tagesstrukturen, die sich heute nicht alle leisten könnten. Auf all diese Forderungen gehe die Initiative aber nicht ein, die Initianten bekämpften diese sogar vehement.
Laut Alliance F würde das Verhüllungsverbot verschleierte Frauen im Alltag noch zusätzlich ausgrenzen. Der Gegenvorschlag, der bei einem Nein automatisch in Kraft tritt, stärkt nach Ansicht des Frauendachverbandes hingegen die Förderung der Gleichstellung im Inland und in der Entwicklungszusammenarbeit.
Bereits heute sei eine Nötigung zur Gesichtsverhüllung vom Grundtatbestand der Nötigung erfasst und strafbar. «In unserer Rechtsordnung gilt es, Täter zu bestrafen und nicht deren Opfer», schreibt Alliance F. Opfer einer Nötigung zur Gesichtsverhüllung zu kriminalisieren, habe nichts mit Opferschutz oder Gleichstellung zu tun, wie es von den Initianten der Initiative beworben werde.