Pentagon leitet Ermittlungen gegen eigenen Minister ein
Wegen der Chat-Affäre leitet das Pentagon Ermittlungen ein. In deren Mittelpunkt steht Pete Hegseth, der Kriegspläne teilte.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Pentagon ermittelt gegen seinen Verteidigungsminister.
- Pete Hegseth hatte Kriegspläne über einen ungesicherten Gruppenchat geteilt.
Das US-Verteidigungsministerium leitet Ermittlungen gegen seinen Minister ein. Wie der Generalinspektor mitteilt, ermittelt das Pentagon gegen Pete Hegseth.
Darin heisst es, die Untersuchung folge einer Anfrage des Streitkräfteausschusses im US-Senat. Geprüft werden soll demnach, ob Hegseth unzulässigerweise operative Pläne für einen US-Militärschlag gegen die Huthi-Miliz im Jemen über die kommerzielle App kommunizierte – und ob dabei Vorschriften zur Geheimhaltung sowie zur Aufbewahrung von Regierungsunterlagen eingehalten wurden. Auch anderes Ministeriumspersonal ist laut Schreiben im Fokus.

In ihrer Anfrage an die Pentagon-Stelle hatten der republikanische Senator Roger Wicker und der demokratische Senator Jack Reed deutliche Bedenken geäussert. Der Vorfall werfe möglicherweise Fragen zur «Nutzung nicht klassifizierter Netzwerke für die Kommunikation über eingestufte und sensible Informationen» auf.
Mehrere US-Minister und Sicherheitsberater hatten über einen Gruppenchat auf der Plattform Signal kommuniziert. Hegseth teilte dort den detaillierten Plan für einen Angriff auf die Huthi-Miliz im Jemen.
Versehentlich wurde auch ein Journalist von «The Atlantic» in die Gruppe eingeladen. Nach der Veröffentlichung des Kriegsplans verliess er den Chat und machte die Angelegenheit öffentlich.
US-Präsident Donald Trump stellte sich zuletzt zumindest öffentlich hinter die Mitglieder der Chatgruppe, der auch sein Sicherheitsberater Mike Waltz angehörte. Dieser hatte den Journalisten offenbar versehentlich hinzugefügt. Hinter den Kulissen deutete sich laut «New York Times» jedoch Unmut innerhalb der Regierung an.