EHC Thun unterliegt dem EHC Arosa
Vor dem Playoff-Start des EHC Thun stand vorderhand der Gegner im Brennpunkt. Rund zehn Stunden vor dem Spiel sickerte die Meldung vom Aufstiegsverzicht durch.
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Das Wichtigste in Kürze
- Am Dienstagabend starteten in der MyHockey League die Playoffs.
- Der EHC Thun reiste für Spiel eins in die Bündner Berge zum EHC Arosa.
- Ein Entscheid der Aroser sorgte wenige Stunden vor dem Spiel für Aufruhr.
Was sich in den letzten Tagen bereits angedeutet hat, wurde am Dienstagmittag Tatsache. Der EHC Arosa hat keine Aufstiegserklärung für die Swiss League eingereicht. Die Bündner wären das einzige aufstiegsberechtigte Team der MyHockey League gewesen.
Die Frist liessen der neunfache Schweizermeister am Montag verstreichen. Die Vereinsverantwortlichen liessen verlauten, dass eine offene Frage zur Arosa Ice Classic diesen Aufstieg verhindere. Die nötigen finanziellen Mittel wären in Aussicht – auch dank der Ice Classic.
Eine ungeklärte Durchführung eines Freundschaftsspiels als Grund für einen Nicht-Aufstieg? Naja, so ganz vermag die Mitteilung des EHC Arosa die Hockeyschweiz wohl nicht überzeugen.
EHC Arosa früh in Führung
Dem EHC Thun war's so oder so egal. Die Thuner machten sich um 12 Uhr mittags auf den Weg in die Bündner Berge. Dabei war auch der zuletzt angeschlagene Jan Wigger wieder mit dabei. Ebenfalls zurück war Stephan Küenzi, der zuletzt ebenfalls angeschlagen pausierte.
Der Thuner Torhüter muss nach 69 Spielsekunden bereits hinter sich greifen. Arosa-Topscorer tunnelt einen Thuner, wodurch Jeremy Jabola freistehend im Slot an die Scheibe gelangt. Jabola verzögert geschickt und umkurvt Küenzi.
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Das frühe Gegentor gibt dem EHC Thun kein Selbstvertrauen. In den folgenden Minuten wirken die Gäste gehemmt. Ab Drittelsmitte werden die Bemühungen der Berner Oberländer dann sichtbar.
Eine erste gute Abschlussposition hat Verteidiger Aron Krähenbühl. Danach sind wieder die Aroser dran. Die zwei Berner in Arosas Diensten, Reto Amstutz und Noel Wüthrich, vergeben ihre Chancen.
Die erste Unterzahlsituation übersteht der EHC Thun schadlos. Nicola Christen hat zwei Minuten vor der Pause gar den Ausgleich auf der Schaufel. Auf der anderen Seite verpasst Maurin Tosio den zweiten Treffer für das Heimteam.
Rückstand wächst im Mitteldrittel
Zur Pause steht es nicht unverdient 1:0 für den EHC Arosa. Im Mitteldrittel sehen die 1400 Zuschauer lange Zeit keine Torszenen. Erst kurz nach Spielmitte ist es wieder so weit.
Im Powerplay zieht Gregory Bedolla ab und trifft. Der Arosa-Topscorer erhöht auf 2:0. Nur zwei Zeigerumdrehungen lassen die Hausherren bereits das dritte Tor folgen.
Wüthrich passt clever auf Jabola, der Küenzi bezwingt. Es ist das zweite Tor des Abends für die Olten-Leihgabe. Kurze Zeit später kommen die ersten grösseren Emotionen in dieses Playoff-Spiel.
Nach einem Gestocher vor dem Tor kommt es zu einem Gerangel. Je zwei Spieler werden auf die Strafbank geschickt. Ohne weitere Tore gehen die Teams zum zweiten Pausentee.
EHC Thun kann sich im Schlussdrittel steigern
Der EHC Thun muss sich im Schlussdrittel steigern, um den Bündnern noch einmal gefährlich zu werden. Nach fünf Minuten hat Rückkehrer Jan Wigger den Anschlusstreffer in Aussicht. Er scheitert aber an Alessio Brun im Arosa-Tor.
Zehn Sekunden später zieht Jabola davon, schiesst im Alleingang aber neben das Tor. Die Thuner gehen sogleich wieder in die Offensive und sind nun endlich erfolgreich.
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Krähenbühl trifft aus spitzem Winkel ins Netz. Rund 15 Minuten sind noch zu spielen, um den Zwei-Tore-Rückstand wettzumachen. Dieses Vorhaben ersticken die Aroser eine Minute später im Keim.
Revesz lässt einen Thuner Verteidiger stehen und schliesst unwiderstehlich ab. Küenzi muss zum vierten Mal hinter sich greifen.
Eine Minute später jubeln die Schanfigger bereits ein fünftes Mal. Dieses Mal aber zu Unrecht. Die Schiedsrichter entscheiden, dass die Scheibe nicht über der Linie war.
Anschlusstreffer mit sechstem Feldspieler
Sechs Minuten vor Schluss setzt Thun-Headcoach Daniel Steiner alles auf eine Karte. Er nimmt Küenzi früh raus und bringt einen sechsten Feldspieler – mit Erfolg. Noch in der gleichen Minute erzielt Yannick Gugelmann das zweite Thuner Tor.
Dreieinhalb Minuten vor Schluss verlässt Küenzi erneut sein Tor. Der Thuner Sturmlauf wird erst 70 Sekunden vor Schluss durch eine Strafe gegen Simon Dietrich ausgebremst.
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Arosa trifft unmittelbar nach dem Bullygewinn zum 5:2. Topscorer Bedolla sorgt für die Entscheidung. Arosa siegt in Spiel eins der Best-of-5-Serie.
Spiel zwei des Viertelfinalduells findet bereits am Donnerstag statt. Um 20 Uhr empfängt der EHC Thun den EHC Arosa im Grabengut. Das altehrwürdige Stadion wird seine letzten Playoffs erleben. Ende März beginnt nämlich der Umbau.
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